,,Kabbes unn Blödsinn“ in der Salzstadt

Sulzbach · ,,De Plattmacher“ nennt sich ein Kabarettist aus Kirkel, der im Salzbrunnenhaus die Zuhörer erheiterte. Vor magerer Besucherkulisse führte ihn sein Streifzug durch Politik, Gesellschaft und Eheleben.

Unter Besuchermangel litt der Auftritt von Günther Hussong im Salzbrunnenhaus. Zur Aufführung des neuen Programms "Awwei werd's Zeit" waren gerade mal 20 Leute erschienen. Mundartkünstler Hussong, alias "De Plattmacher", trug das Ganze mit Fassung. Er sei in dieser Ecke noch nicht so bekannt, meinte der Kabarettist aus Kirkel . Der 66-Jährige ist jedoch Profi genug, dennoch alles zu geben. Zwar stellte der Lehrer im Ruhestand bei seinem Gastspiel in der Salzstadt die Sinnfrage ("Sinn genuch Leid do?"), doch die war eigentlich nur pro forma zu betrachten. Vielmehr mussten "die Leid, die do sinn, genuch Kabbes unn Blödsinn vertrahn". Das war durchaus der Fall. Das Hauptsteckenpferd sind beim "Plattmacher" die Wortspiele. So sollte man dran denken, dass bei der Wahl die Erststimmen erst stimmen müssen. Ganz verkneifen kann sich Günther Hussong Seitenhiebe auf Politik und Gesellschaft nicht. So sieht er beispielsweise die örtliche Zukunft des Bundespresseballs gar in der Schweiz. Ja, das erspare die hohen Anfahrtskosten, da die meisten aus Steuergründen eh bei den Eidgenossen wohnen würden. Und dann kommt eine weitere Stärke des Mannes mit der Batschkapp ins Spiel: das gemeinsame Dichten. Das ist stellenweise etwas flach, doch insgesamt macht es den Leuten doch Spaß. Das Leben ist ja ernst genug.

Doch kein Gastspiel, ohne seine Frau zu thematisieren, die er liebevoll "Schätzje" nennt. Die liebt nämlich FKK. Das steht aber für "Frustrations-Kompensations-Käufe" - also Extrem-Shopping. In der langjährigen Ehe sei er unterdrückt, habe überhaupt nichts zu sagen. Kostprobe: "Seins" fordert ihn auf, die berühmten drei Worte zu sagen. "Du hasch Reschd" oder "Isch binn Schuld". Keine leichte Entscheidung. Da ist sich das Paar viel eher bei der gemeinsamen Erzfeindin, "Schuhmachers Thekla", einig - die durchgeknallte Frau, "ein böses Weib" (Hussong) aus der Metzer Straße in Saarbrücken. Madame Etepetede muss er immer wieder aufs Glatteis führen. So ganz kann er den Lehrer dann doch nicht lassen und erklärt, woher die Jungfrau Maria stammt. Na, aus Erkorn. Wie, das wissen Sie nicht? Na in dem Weihnachtslied heißt es doch: "...uns ist ein Kindlein uns gebor'n, von einer Jungfrau aus Erkorn" (auserkoren). Und denken Sie dran: ,,Ohne heit gäbt's morje kään gischda."

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