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In St. Anna
Jugendliche bereiten Senioren ein paar besinnliche Stunden

Die Schüler der Vopeliusschule überreichten den Senioren Gebäck.
Die Schüler der Vopeliusschule überreichten den Senioren Gebäck. FOTO: Thomas Seeber
Sulzbach. Gemeinschaftsschüler verschenken selbst gebackene Plätzchen an Bewohner des Seniorenwohnheims St. Anna. Auch weniger mobile Senioren bedacht. Von Stefan Bohlander

„Kinder fühlen sich wie Kinder – egal, von wo auf der Erde sie kommen“: Mit diesen emotionalen Worten führte Sigrid Weber in die kleine Weihnachtsfeier ein, die dieser Tage im Alten-und Pflegeheim St. Anna in Sulzbach stattfand. Dabei hatten sich die Kinder der Gemeinschaftsschule Sulzbach und des Fördervereins der Siedlung Goldene Au merklich Mühe gegeben, den festen Bewohnern eine schöne Zeit zu bereiten.


Weber, deren Mutter selbst in der Einrichtung in der Vopeliusstraße in Kurzzeitpflege war, ist die Vorsitzende des Fördervereins. Von Schule und Siedlung hätten auch viele Flüchtlingskinder freudig mitgebacken. „Unsere syrischen Kinder sind genau solche Süßschnisse wie unsere“, lachte sie. Zehn Kilogramm Teig hatte man für Plätzchen im Vorfeld an den vier Öfen in der Schulküche vorbereitet. „Wir haben Zimtwaffeln, Spritzgebäck und ausgestochene Plätzchen gebacken“, erzählte die Fünftklässlerin Sila.

Wie es sich für eine Weihnachtsfeier gehört, wurde auch gesungen und Geschichten wurden vorgelesen. So rezitierten Alina und Julian die Story vom kleinen Engel Lukas und seiner Begegnung mit dem Jesuskind. Gemeinsam sangen die rund 20 Kinder mit den Bewohnern der Einrichtung „In der Weihnachtsbäckerei“. Begleitet wurden sie dabei von Birgit Frantz am Keyboard. Die kurzen Pausen zwischendurch nutzte sie dazu, die Kinder am Instrument üben zu lassen.



Farha aus der sechsten Klasse schnappte sich spontan einige ihrer Mitschülerinnen und ging eine Etage höher. Dort waren Bewohner, denen es wegen eingeschränkter Mobilität schwerer möglich war, nach unten in den Speisesaal zu kommen. „Ach, wie scheen“, war da zu hören, als die Kinder den gerührten Bewohnern die Tüten mit Gebäck überreichten. „Das war meine Idee“, sagte Farha stolz.

Gabriele Arnold, didaktische Leiterin der Gemeinschaftsschule, war die Freude über die gelungene Aktion ins Gesicht geschrieben. „Ich finde es toll, Kooperationen vor Ort einzugehen“, sagte sie. Dinge miteinander zu teilen sei ja gerade zur Weihnachtszeit eine gute Gelegenheit. Stolz war sie auf die Kinder, die nicht nur das Gebäck gemacht hätten, sondern sich aktiv am „Rahmenprogramm“ beteiligt hatten.