Insolvenzgericht ohne Kruzifix

Im Amtsgericht (Insolvenzgericht) in Sulzbach wurden die Kruzifixe abgehängt, nachdem der zuständige Gerichtspräsident in Saarbrücken dies auch für die Außenstelle verfügt hat (SZ vom 2. März).

In einem der Säle sieht man jetzt deutlich die Umrisse des Kreuzes an der Wand. Das abgelegte Kreuz lag gestern Vormittag im Saal, unser Fotograf fand es auf der Fensterbank. Später, als man das Interesse der Medien bemerkt hatte, wurde es aus dem Saal entfernt. Die Landeswappen, die anstelle des Kreuzes aufgehängt werden sollen, sind zumindest in Sulzbach noch nicht montiert. Auf Nachfrage vor Ort wurde barsch reagiert und keine Auskunft gegeben. Hintergrund der Aktion ist eine Anordnung des Amtsgerichtspräsidenten Stefan Geib, der alle Mitarbeiter anwies, die Kreuze in Sitzungssälen zu entfernen. Er begründet das damit, dass das Kreuz Zeichen einer Autorität sei, die nicht für die Rechtsprechung eines staatlichen Gerichts maßgeblich sei: ,,Es ist nicht die Autorität, in deren Namen wir Recht sprechen." Er ist der Meinung, das Kreuz könne dem Ansehen des Gerichts schaden. In Sulzbach ist der Abdruck des Kreuzes im Verhandlungssaal gut zu sehen. Es muss Jahre dort lange gehängt haben, denn seine Umrisse hat es deutlich hinterlassen. Ein Wappen soll also nun an seiner Stelle glänzen.