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In höchster Not sind sie zur Stelle

In höchster Not sind sie zur Stelle

Annegret Kramp-Karrenbauer kam am Samstag in besonderer Mission nach Sulzbach. Die Regierungschefin würdigte beim Sommerfest des Technischen Hilfswerks (THW) den Einsatz der Helfer in den vergangenen Wochen.

Das Technische Hilfswerk (THW) Sulzbach feierte am Samstag sein Sommerfest. Aber auch ein bisschen sich selbst und die anderen Hilfsdienste. "Wir hatten in den letzten Wochen gleich drei Hochwasserereignisse von besonderer Intensität", erinnerte Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam . Und dankte den Helferinnen und Helfern für ihren enormen Einsatz: "Die Hilfsdienste haben Hand in Hand gearbeitet und somit Schlimmeres verhindert."

Starkregen hatte den beschaulichen Sulzbach zu einem reißenden Fluss werden lassen, Keller liefen voll, Straßen wurden über- und unterspült. Menschen verloren ihr Hab und Gut, auch ihr Obdach. Aber "Gott sei Dank nicht wie andernorts ihr Leben", sagte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer , die bei der Feierstunde den vielen Freiwilligen persönlich dankte.

In Sulzbach waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des THW aus Spiesen-Elversberg, Illingen, Friedrichsthal und Sulzbach im Einsatz, freiwillige Feuerwehrleute aus Völklingen, Quierschied, Saarbrücken, Riegelsberg, Püttlingen, Kleinblittersdorf, Heusweiler, Friedrichsthal und Sulzbach sowie Einsatzkräfte des Sulzbacher Deutschen Roten Kreuzes (DRK). "Es war eine unbürokratische, schnelle Unterstützung über Kreisgrenzen hinweg", hob THW-Geschäftsführer Reiner Schaadt hervor. In Anspielung auf die Farben der Hilfsdienste sagte Tony Bender, Brandinspekteur im Regionalverband Saarbrücken: "Blau? Weiß? Rot? Das spielt im Einsatz keine Rolle. Jetzt müssen wir die Einsätze nachbereiten, um dann noch besser vorbereitet in kommende Herausforderungen zu gehen. Besonders die Durchhaltefähigkeit über mehrere Tage wird ein Thema sein müssen."

Auch die Ministerpräsidentin hob hervor: "Wir haben es hier mit einer neuen Art von Unwetter zu tun, auf die wir uns künftig werden einstellen müssen. Es werden in Zukunft sehr punktuell in einzelnen Ortsteilen oder einzelnen Straßen Schäden auftreten. Es wird die ,üblichen Betroffenen', die an Flüssen oder Bächen leben, so nicht mehr geben." Darum betrifft das notwendige "Dazulernen" auch die Bevölkerung. "In Baden-Württemberg besitzen 80 Prozent der Haushalte eine so genannte Elementar-Versicherung, im Saarland sind es gerade 20 Prozent", sagte Kramp-Karrenbauer und erklärte, dass mit den vom Land zur Verfügung gestellten 3,5 Millionen Euro sicher nicht alle Schäden abgedeckt können.

Sulzbach hat zur Unterstützung der Betroffenen einen Hilfsfonds eingerichtet. Bis Samstag waren 27 770 Euro auf dem Konto eingegangen. Jürgen Lehnert überbrachte einen Scheck über weitere 5000 Euro von der Sparkasse Saarbrücken. Für die Hilfsorganisationen gab es Urkunden aus den Händen der Ministerpräsidentin und des Bürgermeisters. "In dieser Notsituation ist nochmal eins deutlich geworden, auf das wir im Saarland sehr stolz sein können", fand Kramp-Karrenbauer. "Wenn es bei uns hart auf hart kommt, dann bleibt niemand alleine sitzen."