Hier lernt Mama die deutsche Sprache

Hier lernt Mama die deutsche Sprache

Caritas Gemeinwesenarbeit kümmert sich um Neubürgerinnen, vornehmlich aus der arabischen Welt.

Syrerinnen, Frauen aus Sri Lanka, Indien, aus dem Jemen und Irak: 15 Frauen sind heute da. Sie sind an diesem Montag in die Räume der Caritas Gemeinwesenarbeit (GWA) Sulzbach gekommen, so wie sie das regelmäßig tun. Weil sie etwas lernen möchten, vornehmlich die deutsche Sprache. Und das klappt schon verblüffend gut. Selbst bei einer Teilnehmerin, die erst seit drei Monaten in Deutschland ist. Die junge Mutter aus Syrien spricht in ganzen Sätzen, erzählt, dass sie in ihrer Heimat Arabisch-Lehrerin war. Und nun will sie hier mit ihrer Familie richtig Fuß fassen. Und sich manierlich unterhalten können. Nur so kommt man an in einer anderen Welt. Das wollen auch alle anderen Damen am Tisch, wie sie in einer Vorstellungsrunde gegenüber der SZ bekunden. Ihre Kinder sind längst eingeschult, manche auch in der Kita. Die Migrantinnen selbst nutzen die Gelegenheit, sich bei der Caritas unsere Sprache anzueignen. Geleitet wird der Kurs ,,Mama lernt Deutsch" von Rana Baraque - mit bis zu 20 Frauen und auch 20 Kindern, die teils noch zu klein für die Kita sind. Die temperamentvolle 43-Jährige kam vor 17 Jahren von Syrien nach Deutschland und arbeitet heute auch in schulischer Nachmittagsbetreuung. Sie redet laut und deutlich, hakt nach bei grammatikalischen Fehlern, sie macht Mut, sich in der noch fremden Sprache zu äußern. Rana Baraque sagt, dass sie überwiegend in Deutsch Konversation betreibe.

Stefanie Schmidt ist auch da, sie ist Mitarbeiterin der Caritas und freut sich, dass die Migrantinnen in der Salzstadt eine zweite Heimat gefunden haben. Auch sie hilft weiter bei allen möglichen Fragen, steht den Frauen gern zur Seite. Laut Schmidt sind ihre weiblichen Gäste allesamt überdurchschnittlich motiviert, sich zu integrieren, sie seien überdies neugierig auf unsere Kultur. Auffällig ist beim Ortstermin im Deutsch-Kurs, dass die hier Anwesenden sehr interessiert und freundlich sind. Sie erzählen der SZ-Redakteurin und der städtischen Mitarbeiterin Anne Allenbach aus ihrem Leben, von ihren Kindern und beruflichen Träumen. Sie entsprechen nicht dem Klischee von der vermummten und zurückgezogen lebenden Frau, die ihre Bedürfnisse nicht nach außen trägt. Die Caritas wiederum bringt Schwung in den kommunikativen Laden, indem sie auch Ausflüge inszeniert, etwa in den Wildpark oder in den Zoo. Oder auch mal erklärt, was es mit St. Martin auf sich hat.

Übrigens: Die Frauen, die bei der Caritas lernen, würden gern viel mehr Kontakt zu Frauen in Sulzbach haben. Hierfür eignet sich eine Zusammenkunft am Donnerstag (siehe Info-Kasten), die beide Seiten zusammenbringt. ,,Es ergeht herzliche Einladung", sagt Stefanie Schmidt.

Zum Thema:

Einladung zum Frauenfrühstück Frauen aus Sulzbach und Umgebung, die mit den Neubürgerinnen in Kontakt treten möchten, sind herzlich eingeladen zum ,,Interkulturellen Frauenfrühstück". Es findet statt am morgigen Donnerstag, ab 9.30 Uhr im Seniorenheim der AWO in Sulzbach. Veranstalter sind die Caritas Gemeinwesenarbeit Sulzbach, der AWO-Ortsverband Sulzbach-Hühnerfeld und die Evangelische Kirchengemeinde Sulzbach.

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