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Hier hilft man Menschen, die Hilfe brauchen

Hier hilft man Menschen, die Hilfe brauchen

Hinter die Kulissen der Arbeiterwohlfahrt in Dudweiler konnte man am Wochenende blicken. Kleiderkammer und Nähstube standen offen, und auch das Atelier Kerativ war mit seinen vielfältigen Produkten vertreten.

Immer im Dienst für den hilfsbedürftigen Menschen. Das ist die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Dudweiler seit nunmehr 90 Jahren. Sie feierte dieses große Jubiläum am Samstag mit einem Tag der offenen Tür. Das Rahmenprogramm schloss alle mit ein: Ob beim Schminken und Verzieren von Muffins - für die Kinder war gesorgt, und die vielen älteren Gäste konnten sich bei Kaffee und Kuchen oder mit einem Bier und einem rustikalen Schwenkbraten stärken. Die Gemeinschaft und die Geselligkeit sind und bleiben die Stützen des Traditionsvereins, der heute 280 Mitglieder stark ist.

Marcel Dubois, der Landesvorsitzende der Awo, freute sich über den großen Anklang, mit der die Einladung angenommen wurde. Er lobte das Engagement der vielen Mitglieder der Awo vor Ort und erklärte: "Die Zukunft beruht auf der Geschichte, die man sich bewusst werden lässt." Die Awo sei im Saarland und auch in Dudweiler schon zukunftsweisend breit aufgestellt und von der Kinderbetreuung bis zu der Seniorenhilfe aktiv. Die Herausforderungen der nächsten Jahre sieht Dubois eher in dem immer engen werdenden finanziellen Spielräumen der öffentlichen Haushalte.

Ralph Nickolai, der Vorsitzende des Ortsvereins, zeigte stolz das Herzstück der Aktivitäten in dem von der Stadt erworbenen Haus in Dudweiler in der Gartenstraße: die Kleiderkammer und die direkt daneben liegende Nähstube der Awo. Gerade die Kleiderkammer werde während ihrer Öffnungszeiten montags und dienstags von 15 bis 17 Uhr sehr gut besucht, berichtet Nickolai. Fast die Hälfte der Menschen, die hier zu fast schon symbolischen Preisen im Cent- oder niedrigen Euro-Bereich einkaufen können, komme nicht aus Dudweiler. "Die Leute haben Hemmungen", erklärt der Vorsitzende. Einen Sozialausweis müssen sie hier nicht vorzeigen. Und so komme es, dass inzwischen mehr Kleider herausgehen als hereinkämen. "Es gibt Armut in Deutschland", sagte Nickolai. Und immer suche der Ortsverein Menschen, die neue oder gebrauchte Ware, Bettwäsche , Hemden oder Hosen übrig haben und spenden möchten. Das sei jeden Vormittag von Montag bis Donnerstag möglich.

Nebenan in der Nähstube herrscht währenddessen geschäftiges Treiben. Karin Kunkel, Näherin mit Meistertitel, führt dort zusammen mit Gerdi Hippchen die Regie. "Frauen lernen hier unter fachkundiger Leitung, Kleidung herzustellen," erklärte Kunkel. Doch sie "dürfen und können nähen, was sie wollen." Das Angebot wird gerne angenommen: Drei Kurse laufen in der Woche. "Nähen ist ein Trend, der wiederkommt", erklärte Kunkel. "Heute ist Patchwork in."

Im Garten bot das Atelier Kerativ Keramik , die von Menschen mit Behinderung geformt worden war, zum Verkauf an. Neben Tellern, Schalen und weiterem Geschirr in harmonischen Blau- oder kräftigen Rottönen standen auch gelungen geformte und schön lackierte Tierfiguren zum Verkauf. Volker Fuchs, der im Atelier arbeitet, erzählte begeistert, dass hier über 30 Menschen beschäftigt sind und nicht nur Keramik , sondern auch Produkte aus Holz anfertigen.