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Herrliche Klänge im Gotteshaus

Neuweiler. Ein halbes Jahrhundert schon existiert der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Altenwald-Neuweiler. Mit einem beharrlichen Seelsorger fing es an. Er rief das heute neunköpfige Ensemble ins Leben. Michèle Hartmann

Am Anfang war da Pfarrer Henn, der mit aller Vehemenz und Hartnäckigkeit ein Ziel verfolgte: Einen Posaunenchor wollte er aus der Taufe heben, getreu dem Motto: Wenn nicht jetzt, wann dann. Und so klopfte der Diener Gottes gewissermaßen seine Konfirmanden weich, überredete sie, sich in einem solchen Ensemble einzubringen. Die dem Seelsorger anvertrauten Zöglinge leisteten wenig Gegenwehr und begannen als Bläser zum Lobe des Herrn. Und heute, nachdem der Coup 1965 geglückt, feiert der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde in Neuweiler sein 50-jähriges Bestehen. So oder so ähnlich weiß es Karlheinz Geyer, der als Gründungsmitglied die Anfänge miterlebte, wie Heinz Schneider erzählt.

Mit dem Vorsitzenden Schneider und der Chorleiterin Christel Gärtner haben wir uns getroffen, um mehr zu erfahren über das Ensemble, das sich - zur Freude seiner Zuhörer - so lange gehalten hat. Schneider selbst spielt die Trompete. Gemeinsam mit acht weiteren Mitgliedern ist er mit Leib und Seele dabei. Neben der Trompete erklingt in Neuweiler das Flügelhorn, die Posaune , das Tenorhorn und die Tuba . Mehr Gleichgesinnte würde man sich schon wünschen, vor allem das ,,tiefe Blech" mit Posaune und Tuba könnte Verstärkung gut gebrauchen.

Christel Gärtner ist Musiklehrerin in Sulzbach und Zweibrücken, spielt alle Blockflöten, die Trompete und das Horn als Hauptinstrument, und sie unterrichtet Privatschüler. Vor ihr agierten als Chorleiter Thomas Glaser, Paul Zimmer und Heinz Steinhauer. Ein Jahr lang, erzählt Heinz Schneider, sei man sogar mal führungslos gewesen, aber auch das habe man überstanden, ,,weil wir ein so enges Team sind". Auch jenseits der gemeinsamen Leidenschaft für die Musik habe man im Ort schon viel miteinander erlebt und geteilt, sodass die Truppe fest verbunden sei. ,,Wir finden immer zueinander", meint er und Christel Gärtner bestätigt dies. Natürlich, sagt sie, gebe es untereinander auch mal Zoff, vor gelebtem christlichen Hintergrund werde dann aber auch wieder verziehen. Und so hat man es hier mit einer eingeschworenen Mannschaft zu tun, die sich regelmäßig zur Probe trifft, um immer noch ein bisschen besser zu werden.

Geübt wird jeden Freitag ab 19.30 Uhr in den Katakomben der evangelischen Kirche (Martin-Luther-Straße). Potenzielle Mitstreiter sind herzlich willkommen. ,,Es wird hier nie langweilig, man erlebt immer wieder Überraschungen", meint die Chorleiterin und schmunzelt. Eine große musikalische Bandbreite hält sich der Klangkörper zugute: ,,Wir spielen alles, was mit Blech möglich ist", sagt Heinz Schneider. Wobei es eine sehr schöne Sache sei, mit dem Posaunenchor auch mal einen schlichten Choral zu spielen, ergänzt Christel Gärtner. Es überwiege eben die Kirchenmusik, schließlich agiere man unter dem Dach Evangelischen Kirchengemeinde. Und man sei im Posaunenwerk Rheinland organisiert. Hören kann man das Ensemble bei Gottesdiensten an Feiertagen, auf Weihnachtsmärkten sowie zu Advents- und Abendmusik. Im Übrigen pflegt man einen ,,sehr guten Kontakt zur katholischen Schwesterngemeinde". Wohl auch, weil Musik die Menschen verbindet. Und wenn sie so daherkommt wie vom Posaunenchor intoniert, dann doch erst recht.

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens wird am Samstag, 25. April, um 18 Uhr in der evangelischen Kirche ein Festgottesdienst mit dem Posaunenchor gefeiert.

Kontakt: E-Mail: heinzschneider71@t-online.de