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Heiße Debatte um die Zukunft Altenwalds

Altenwald. Diesmal war keiner der Kommunalpolitiker sprachlos - wie noch vor fünf Jahren bei der ersten Auflage vor der Kommunalwahl 2004. Fast alle im Podium schafften es sogar, ihre Aussagen kurz zu halten und auf den Punkt zu bringen. Es war Pfeffer drin beim 2 Von SZ-Mitarbeiter Elmar Müller

Altenwald. Diesmal war keiner der Kommunalpolitiker sprachlos - wie noch vor fünf Jahren bei der ersten Auflage vor der Kommunalwahl 2004. Fast alle im Podium schafften es sogar, ihre Aussagen kurz zu halten und auf den Punkt zu bringen. Es war Pfeffer drin beim 2. Altenwalder Dorfgespräch, organisiert von der Dorf-Interessen-Gemeinschaft (DIG), moderiert von SZ-Redakteur Michael Emmerich. 70 Gäste waren am Montagabend in die, wie Emmerich sagte, "Großraumsauna" evangelisches Gemeindehaus gekommen, hörten sich an, was aktuelle Ratsmitglieder und solche, die es bei der Kommunalwahl am 7. Juni werden wollen, zu den Problemen in Altenwald zu sagen haben. Die Altenwalder, aber auch die anderen Bürger der Stadt, dürfen sich freuen. Denn: In den kommenden Jahren wollen die Kommunalpolitiker aller Parteien verstärkt zusammenarbeiten. Jedenfalls sahen alle bei der Diskussion sehr viele Gemeinsamkeiten. Zwar betonte SPD-Frau Gabriele Gandner, sie mache keine Versprechungen, aber einige Probleme in Altenwald könnten gelöst werden, ohne dass die Stadt viel Geld in die Hand nehmen müsse. Beispielhaft nannte sie die Problematik mit dem Schwerlastverkehr in Altenwald. "Hier muss die Stadt in Verbindung mit dem Land Routen festlegen, die nicht durch Altenwald führen." Das Anwesen Paulus am Markt ist den Altenwaldern ein Dorn im Auge. "Es ist ein Schandfleck", heißt es im Ort. "Das Haus muss abgerissen werden", forderte Eberhard Jung von den Grünen. Die Kosten müsse der Eigentümer übernehmen. Bernd Rose von der CDU erklärte: "Die Stadt soll das Gebäude und auch die dahinter liegenden Flächen kaufen. Dann können hier Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden." Bürger Karl Kopmeier erinnerte die Kommunalpolitiker an das Melanie-Programm (Modellvorhaben zur Eindämmung des Landschaftsverbrauchs durch innerörtliche Entwicklung) des Umweltministeriums. "Hier gibt es Zuschüsse für den Abriss von Gebäuden", verkündete Kopmeier. Da staunten die Politiker. Was die DIG auch stört, ist das Umfeld der katholischen Kirche. Schriftführer Dieter Mantz sagt: "Das ist unvollendet." Die Situation wird sich wohl auch so schnell nicht ändern. Bernd Schlachter von den Freien Wählern erklärte: "Wir brauchen hierzu mindestens 900 000 Euro. Ohne fremde Hilfe geht da gar nichts." Brunhilde Müller von den Freien Demokraten sah das ähnlich, betonte aber: Man sollte das Thema nicht zu den Akten legen. Anmerkung von Bürger Uwe Munkelt: "Die neue Straße zum Kindergarten ist was Gutes, hat sich aber mittlerweile zu einem Szenetreff von Jugendlichen entwickelt. Die machen viel Lärm, stören den Kirchenchor bei den Proben." Auch dass es in Altenwald nicht mehr so sauber ist wie früher, ärgert die Bürger sehr. "Hier muss sich jeder an die eigene Nase fassen", sagte Marlies Krämer von den Linken. Hier sei mehr Eigenverantwortung gefragt. "Vor allem bei den Hundebesitzern", meinte Gerd Russert und betonte: "Der Röchling-Park ist zu einer riesigen Hundetoilette geworden." Nach zweieinhalb heißen Stunden war alles gesagt. Leo Heß, der Vorsitzende der DIG, hatte das Schlusswort: "Machen Sie am 7. Juni von Ihrem Wahlrecht Gebrauch."