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Ehrungen und Plaketten
Hans lobt die hohe Ingenieurskunst an der Saar

Die vom VDI ausgezeichneten Absolventen der Ingenieurswissenschaften (von links): Tim und Max Krämer, Stefan Marx sowie Lena Winkler.
Die vom VDI ausgezeichneten Absolventen der Ingenieurswissenschaften (von links): Tim und Max Krämer, Stefan Marx sowie Lena Winkler. FOTO: Thomas Seeber
Sulzbach. Der Verein Deutscher Ingenieure, Bezirksverein Saar, zeichnete bei seinem Forum in der Aula den Nachwuchs aus. Von Stefan Bohlander

„Ohne Ingenieure wäre das Saarland nicht da, wo es heute ist“, sagte Tobias Hans. Der Ministerpräsident war Gastredner auf dem VDI-Forum in der Sulzbacher Aula. Der Verein Deutscher Ingenieure, Bezirksverein Saar, hatte dazu am vergangenen Freitagabend eingeladen. Hans betonte, dass das kleinste Flächenbundesland der Republik ohne Ingenieurskunst auch nicht die Zukunftsperspektive hätte, die es habe. Er führte aus, dass ab 2020 das „Jahrzehnt der Investitionen“ anstehe und fügte hinzu: „Egal, ob Hoch- oder Tiefbau: Ohne Sie wird es nicht gehen.“


Um dafür Nachwuchs zu gewinnen, gelinge es beispielsweise mit dem „NanoBioLab“ und dem Juniorstudium, viele hundert junge Menschen für die Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu begeistern. Gezielt wolle man junge Frauen und Mädchen ansprechen, derzeit liege der Anteil an weiblichen Mitarbeitern bei nur rund 25 Prozent. Ein großes Plus sei es, dass der deutsche Ingenieurstitel international hohe Anerkennung genieße. Autonomes und elektrisches Fahren böten zudem Chancen für großen Zuwachs in der Branche.

Der VDI setzt sich bereits für den Nachwuchs ein und prämiert jedes Jahr Absolventen der Ingenieurswissenschaften von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), der ASW – Berufsakademie Saarland und der Universität des Saarlandes. Jeweils 500 Euro und ein Jahr kostenlose VDI-Mitgliedschaft gewannen Marc Krämer (Uni) für den Vergleich der Bearbeitbarkeit zweier Legierungen, Stefan Marx (ASW) für ein „Online-Sensormesssystem zur unabhängigen Konzentrationsmessung mehrkomponentiger Lösungen“, Lena Winkler für „Reaktionskinetik und Verweilzeitbetrachtung nichtvolumenbeständiger Reaktionen“ und Tim Krämer (Uni) für „Rekonstruktion des Austenitgefüges beim thermomechanischen Walzen“.



Zudem wurde Dipl.-Ing. Dipl.-Kfm. Hans Krummenauer mit der „Saarländischen Ehrenplakette der Ingenieure des VDI“, der höchsten Auszeichnung des VDI Saar, geehrt. Krummenauer habe nicht nur eine „stattliche Statur“, wie der VDI-Vorsitzende Roger Wassmuth witzelte, sondern auch zwei akademische Abschlüsse. Zudem sei er seit 50 Jahren Unternehmer und seine Firma sogar noch ein Jahr länger Fördermitglied im Verein. Der Geehrte gab seinen Kollegen Tipps für ein erfolgreiches Unternehmertun mit auf den Weg. Man solle lieber in kleinen Schritten nach vorne als einen Schritt zurückgehen. Und wenn es bei Verhandlungen mal stocke, sollte man „besser zusammen schwenken gehen“.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden langjährige und verdiente Mitglieder: 35 VDI’ler sind seit 25 Jahren im Verein, elf seit 40 Jahren und 13 seit 50 Jahren. Seit beeindruckenden sechs Jahrzehnten halten Walter Klein, Otmar Schön und C. D. F. Warnstädt dem VDI die Treue. Im Anschluss an den offiziellen Teil hielt Juma Al-Sibal einen Vortrag. Die Vizepräsidentin Chassis Systems Control bei der Robert Bosch GmbH referierte zum Thema „Automatisiertes Fahren“. Dabei klärte sie über den aktuellen Stand der Gesetzgebung und die aktuellen technischen Möglichkeiten auf.

Roger Wassmuth (links) und Roland Ißle (rechts) überreichten Dieter Piro die Ehrenplakette.
Roger Wassmuth (links) und Roland Ißle (rechts) überreichten Dieter Piro die Ehrenplakette. FOTO: Thomas Seeber