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Große Solidarität aus nah und fern

Große Solidarität aus nah und fern

Leonie rettete beim Brand in Hühnerfeld ihrer kleinen Schwester das Leben, doch die Familie stand nun beinahe mittellos auf der Straße. Aber die Solidarität war riesig. Spenden kamen aus der ganzen Republik.

Mit einem gehörigen Schrecken ist Familie Schug dem Brand in ihrem Haus noch einmal davongekommen. Am 30. Juli fing der Dachstuhl ihres Hauses Feuer. Innerhalb von nur wenigen Minuten brach die Hölle los. Nur der Wachsamkeit von Töchterchen Leonie (8) ist es zu verdanken, dass die Familie noch unversehrt entkam.

Diana Schug erklärt: "Es war noch sehr heiß in dieser Nacht und unsere beiden Töchter konnten nicht schlafen, also haben wir ihnen erlaubt, im Elternschlafzimmer fernzusehen. Plötzlich hörten wir über das Babyphone unsere Tochter: ‚Etwas stimmt mit dem Fernseher nicht'. Dann brach die Leitung ab." Die Sicherung war rausgesprungen. Aus Angst nahm Leonie ihr Schwesterchen Julia (20 Monate) auf den Arm, trug sie zu den Eltern ins Erdgeschoss. Zum Glück, denn als Vater Marco die Sicherung wieder aktivierte und ins elterliche Schlafzimmer trat, schlugen ihm bereits die Flammen entgegen. Innerhalb nur weniger Minuten war das Zimmer nicht mehr zu betreten. Die Hitze brachte sogar die Fensterscheiben des Hauses zum Bersten. "Innerhalb von vier Minuten war die Feuerwehr da", erzählt Diana Schug, die in dem abgebrannten Haus groß geworden ist. Aus heiterem Himmel stand sie nun mit ihrer Familie auf der Straße. Geblieben ist nicht viel, einzig ein paar Bilder, das Familienstammbuch, die Impfbücher der Kinder und ein paar weitere Erinnerungsstücke haben den Brand überstanden.

Doch in der Not solidarisierten sich Nachbarn, Freunde, Verwandte und viele hilfsbereite Menschen aus nah und fern. Die Familie ist bei der Schwester von Diana Schug aufgenommen worden. Nachbarn organisierten noch in der Nacht Windeln, Schnuller und Babyzubehör aus der Kinderstation des Dudweiler Krankenhauses. Kleider, Hygieneartikel und vieles mehr wurden zusammengetragen. Ein Hilfspaket mit T-Shirts kam sogar aus Hamburg , und die Mädchen und Jungen aus der Nachbarschaft spendeten Spielsachen. "Ein kleines Mädchen schenkte meiner Tochter sogar ihren Teddybären", erzählt die zweifache Mutter mit viel Dankbarkeit. Daneben gab es Spenden von Händlern und Unternehmen, wie der Buchhandlung Strauß, von Real oder der Rossmann Drogerie. Diana Schug: "Meine Nichte schrieb in Eigeninitiative sogar den Europapark an. Man hat uns daraufhin vier Freikarten gestiftet, damit die Kinder die Erlebnisse für einen Tag vergessen können." Gerade Töchterchen Leonie habe noch mit ihren Erinnerungen aus der Nacht zu kämpfen.

Ein neues Heim hat die Familie mittlerweile in Brefeld gefunden. Für den Umzug stehen bereits zahlreiche fleißige Helfer bereit. So verläuft das Leben der Familie hoffentlich bald wieder in geregelten Bahnen, denn bis das Haus in Hühnerfeld wieder bewohnbar ist, könnte es noch ein bis zwei Jahre dauern, vermutet Diana Schug. Sie kann sich aber dennoch vorstellen, dann wieder nach Hühnerfeld zu ziehen.