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Glocken sollen bald wieder läuten

Glocken sollen bald wieder läuten

Neuweiler. Am großen Betonsockel für den neuen Glockenturm vor dem Hauptportal der katholischen Pfarrkirche St. Hildegard Neuweiler an der Hochstraße überreichte Innenminister Klaus Meiser kürzlich einen Scheck von Saar-Toto über 10 000 Euro (die Saarbrücker Zeitung berichtete). Damit wurde praktisch der Grundstein für dieses Bauwerk gelegt

Neuweiler. Am großen Betonsockel für den neuen Glockenturm vor dem Hauptportal der katholischen Pfarrkirche St. Hildegard Neuweiler an der Hochstraße überreichte Innenminister Klaus Meiser kürzlich einen Scheck von Saar-Toto über 10 000 Euro (die Saarbrücker Zeitung berichtete). Damit wurde praktisch der Grundstein für dieses Bauwerk gelegt. Die Erdarbeiten hatten vor zwei Wochen begonnen. Die Fertigstellung kündigte Dechant und Pfarrer Stefan Sänger (Foto: Anne Allenbach) für das Jahresende an. "Ich hoffe, dass die vier Glocken an Weihnachten vom neuen Turm läuten werden", sagte er. Das Geläut ist seit zehn Jahren verstummt. Nach Angaben von Manfred Arand, dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, erklangen die vier Glocken letztmalig am 23. Juli 1999 vom alten Glockenturm an der Martin-Luther-Straße zum Gottesdienst aus Anlass einer Goldenen Hochzeit. Dabei fiel dem damaligen Pastor Anton Franziskus auf, dass "mit den Glocken etwas nicht stimmt", erzählte Arand. Ein Sachverständiger stellte fest, dass der Glockenstuhl im 30 Meter hohen Betonturm instabil war. Aus Sicherheitsgründen durften die Glocken nicht mehr geläutet werden. Seither strebt die Pfarrgemeinde eine neue Lösung an. Ein Ersatz mit Abbruch und Neubau am alten Platz war nicht machbar, eine Sanierung wäre zu teuer gewesen, sagte Arand. Die Kirchengemeinde entschied sich für einen neuen Turm vor dem Haupteingang an der Hochstraße. Der alte Turm sollte schon 2003 abgerissen, mit dem Neubau danach begonnen werden. Die Verhandlungen mit dem Bistum Trier wegen der Finanzierung des Projektes wurden aber von Jahr zu Jahr schwieriger. Die ersten Entwürfe eines neuen Turms wurden vom Bistum Trier als zu teuer abgelehnt. Erst im November 2005 wurde der knapp 50 Jahre alte Glockenturm demontiert. Die vier Glocken warten seither im Eingangsbereich der Pfarrkirche auf einen neuen Einsatz. Arand setzt sich seit Jahren unermüdlich mit diversen Spendenaktionen für einen neuen Turm ein, unter anderem mit dem Verkauf von Anteilscheinen für die Glocken. Nach Aussage seines Pressesprechers Stephan Kronenberger vom Januar 2007 hatte das Bistum Trier ursprünglich 337 000 Euro für den Abriss des alten und den Neubau eines anderen Glockenturms genehmigt. Die Kosten seien jedoch um 135 000 Euro gestiegen, hieß es damals. Wegen Finanznot lehnte Trier eine weitere Kostenbeteiligung ab. "Die Pfarrei Neuweiler kann diese Kosten ohne Zuschüsse nicht aufbringen", machte damals Dechant Stefan Sänger geltend. Gemeinsam suchten alle Beteiligten nach einer kostengünstigeren Lösung. Im Einvernehmen mit dem Bistum Trier und dem Saarbrücker Architekturbüro Krüger & Krüger entschied sich der Verwaltungsrat der Pfarrei Neuweiler schließlich für einen neuen Vorschlag des Architekten Gottfried Böhm aus Köln. Er hatte bereits das 1957 eingeweihte Gotteshaus in Neuweiler entworfen, allerdings ohne den inzwischen abgerissenen Glockenturm. "Ich hoffe, dass die vier Glocken an Weihnachten vom neuen Turm läuten werden."Stefan SängerPfarrer und Dechant

Auf einen BlickDer neue Turm vor dem Haupteingang zur Pfarrkirche ist ein reiner Glockenträger aus Stahl und Holz. Mit 16,50 Metern Höhe ist er nur knapp halb so hoch wie der alte Turm. Die vier Glocken hängen übereinander. Die vier Stahlträger des Turms werden in einem 3,50 Meter tiefen Fundament einbetoniert. Die Kosten allein für den neuen Turm mit Sanierung der Außenanlagen belaufen sich nach Aussage von Dechant Stefan Sänger auf 342 000 Euro. Alle Arbeiten werden von saarländischen Fachfirmen ausgeführt. Das Bistum Trier beteilige sich an den Kosten voraussichtlich mit Zuschüssen in Höhe von 80 Prozent. Die Pfarrei müsse dennoch für alle Baumaßnahmen rund 140 000 Euro aufbringen, sagte Manfred Arand, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. hs