Glaskunsttage Sulzbach locken bis Sonntag mit internationalen Künstlern

Sulzbacher Glaskunsttage : Filigrane Kunst, zerbrechliche Schönheiten

Bei den Glaskunsttagen in Sulzbach sind bis Sonntag von gläsernen Schalen bis zu Schmuck viele Werke zu sehen.

Bereits vor der Eröffnung der 14. internationalen Sulzbacher Glaskunsttage erhielt die Veranstaltung ein Lob. Alkie Osterland, Glaskünstlerin aus Schwäbisch Gmünd, sagte: „Ich komme total gerne. Diese Messe ist einzigartig,  und das hat sich unter Glaskünstlern rumgesprochen. Die Organisation vom Sulzbacher Kunstverein, das Drumherum, das Publikum – alle sind total nett und interessiert. Hier stimmt einfach alles.“ Ihre Glaskunstwerke kann man in der Galerie der Aula direkt links vom Eingang bewundern. Alkie Osterland, die schon in Wadgassen bei Villeroy & Boch am Ofen Glas geblasen hat und seit 27 Jahren ein Atelier unterhält, erarbeitet abstrahierte Glaslandschaften. Wie mit einem groben Pinselstrich gemalt wirken ihre Kunstwerke, deren leuchtende Blau- und Grüntöne die Assoziation zu Landschaften erlauben. Dazu sind die Werke äußerst filigran, durchbrochen, gewellt. Daneben stellt sie auch massive Glas­objekte für draußen her, die nicht weniger faszinieren. Auf einen groben Holzklotz setzt sie kleine, vereinfachte Häuserformen aus Glas. Diese Häuschen sind farblos, massiv, wirken eher wie aus Stein, aber aus edlem Stein.

Wie sehr Osterland die Veranstaltung schätzt, zeigt eine Arbeit, mit der sie sich selbst noch nicht ganz im Klaren ist. „Das ist ein aktuelles Werk. Es ist aus reinem, edlem, durchsichtigem Glas in Kombination mit Draht. Da würde ich gerne wissen, wie es hier ankommt“, erklärt sie. Und man sieht ihre Wertschätzung für die Veranstaltung.

Überhaupt ist die Stimmung unter den Glaskünstlern und dem Publikum am Donnerstagabend, kurz vor der Eröffnung durch die Vorsitzende des Kunstvereins Sulzbach, Dagmar Günther, hervorragend. Die Künstler stehen zusammen, tauschen sich aus, bevor das Publikum Fragen stellt. Denn das, da sind sich alle Künstler einig, ist überdurchschnittlich interessiert an den Glasobjekten, nimmt sich viel Zeit und stammt aus der ganzen Großregion. Und es bekommt viel zu sehen. Denn während der Glaskunsttage zeigen über 28 Künstler ihre Werke.

Da kann man viel entdecken, von zarten Glasobjekten über solche in Röhrenformen, knallbunte, gravierte, elegant transparente, matte, leuchtende Objekte, aber auch antikes Gebrauchsglas oder Schmuckperlen. Alles ist auf drei Etagen arrangiert. So sind neben Alkie Osterland die Glasarbeiten von Ursula-Maren Fitz zu sehen. Sie stellt ganz andere, große, gebogene Formen her, die auch mal an ein tierisches Horn erinnern, aber immer eine spannende Färbung haben. Als Betrachter möchte man sie unbedingt anfassen – so elegant und handschmeichlerisch wirken sie.

In der oberen Etage sind Werke von Barbara Schmidl. Sie ist der Beweis, wie international die Sulzbacher Glaskunsttage mittlerweile sind. Sie kommt aus Oberösterreich. Außerdem sieht man bei ihr, was für außergewöhnliche Techniken sich Glaskünstler einfallen lassen. „Ich gestalte zuerst Glasstangen mit verschiedenen Farben. Die werden gebrannt und anschließend in ganz kleine Stücke geschnitten, die ich mit der Pinzette zusammensetze und dann nochmal brenne.“ Daraus entstehen teils knallbunte, aber gleichzeitig filigrane Schalen, milchige, aber zarte Vasen, oder plane Glasobjekte für die Wand.

Die Technik der Absolventin der Glasfachschule in Tirol, die schon Kirchenfenster gearbeitet hat, sollte man sich vor Ort erklären lassen. Genau wie die Arbeiten der anderen Glaskünstler. Zum Beispiel die Objekte der „Saarperlen“. Die drei Glaskünstlerinnen aus dem Saarland zeigen ihren Schmuck gemeinsam auf der Bühne des Festsaals.

Die Sulzbacher Glaskunsttage in der Aula in der Gärtnerstraße sind noch an diesem Samstag und Sonntag, 2. und 3. November, von 10.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

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