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Stadt Sulzbach erklärt Verzögerungen
Gewaltige Probleme auf der Dauerbaustelle

Die Baustelle in der Sulzbachtalstraße, fotografiert vor genau einer Woche.
Die Baustelle in der Sulzbachtalstraße, fotografiert vor genau einer Woche. FOTO: BeckerBredel
Sulzbach. Die Stadt Sulzbach nennt Gründe für die zeitlichen Verzögerungen bei der Umgestaltung des Rathaus-Vorplatzes. Von Michèle Hartmann

Die Baustelle anlässlich der Umgestaltung des Rathaus-Vorplatzes beschäftigt die Sulzbacher Geschäftswelt. Denn eigentlich sollte sie schon längst Vergangenheit sein. Doch wie vor wenigen Tagen berichtet, wird sie noch bis Mitte November bestehen (SZ vom 7./8. Oktober: „Erneute Hiobsbotschaft für die Geschäftswelt“). Gestern nun hat sich die Stadt Sulzbach erstmals zum Thema geäußert und auch dargelegt, welche Gründe zu der erheblichen zeitlichen Verzögerung führten. Wie Karsten Baus, der stellvertretende Bauamtsleiter erklärt,  war zum  einen der Baugrund stellenweise wegen sogenannter Staunässe nicht tragfähig. „Unplanmäßig musste  deshalb in größeren Bereichen eine hydraulisch gebundene Tragschicht, kurz HTG, eingebaut und zudem zusätzlich Drainagen vorgesehen werden“, teilt die Bauverwaltung mit.



Große Probleme verursachten nach Angaben von Karsten Baus überdies alte Leitungen, die fest mit dem alten Bordsteinband verbunden waren. Hierbei handelte es sich in der Hauptsache um Stromleitungen, die dann umverlegt werden mussten. Bei den Leitungen sei noch ein weiteres Problem hinzu gekommen: „An verschiedenen Stellen fehlte die erforderliche Deckung darüber. Auch hier musste wieder eine Tragschicht eingebaut werden.“ Und: Nicht immer sei die Baustelle komplett besetzt gewesen: „Da die beauftragte Baufirma nach den Vorgaben der planenden Ingenieure mit einer Bauzeit von rund zehn Wochen kalkuliert hatte, konnte sie aufgrund anderer  Aufträge ab Mitte September die Baustelle in Sulzbach nur noch mit weniger Personal besetzen.“ Und schließlich seien auch noch einige Ausfall-Tage aufgrund starker Regenfälle hinzu gekommen. Karsten Baus: „Das sind alles widrige Umstände, die keiner so genau kalkulieren konnte.“ Die Stadtverwaltung schreibt, sie bedauere diese Verzögerungen und könne nur alle betroffenen Bürger und Geschäftsleute sowie die Verkehrsteilnehmer um Verständnis bitten.

Die Baustelle vor dem Rathaus stört auch Margret Mauß. Die langjährige Inhaberin der Stadt-Apotheke in der Sulzbachtalstraße bestätigte gestern gegenüber der SZ Gerüchte, dass sie ihre Apotheke schließen wolle. „Ja, das stimmt, aus gesundheitlichen Gründen plane ich schon länger, die Apotheke an einen Nachfolger zu übergeben.“ Bisher habe sie aber noch niemanden gefunden. Dass sie eventuell weitermachen werde, schloss sie gestern gegenüber der SZ aus. Die Baustelle verprelle regelrecht die Kundschaft. Der Negativtrend gegen die Innenstadt hat ihrer Meinung nach aber schon mit der Errichtung des EKZ am Quierschieder Weg begonnen. Zudem gebe das veränderte Kaufverhalten auch bei Arzneimitteln es nicht mehr her, dass in Sulzbach die bestehenden Apotheken alle überleben könnten. Des Weiteren tue die Politik generell nicht genug für den Mittelstand  und Kleinbetriebe. Auch das sind Gründe für ihren Rückzug, so Mauß gestern.