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Gegen geplante Schließung des CAP-Marktes in Sulzbach gibt es Protest

Sulzbachs CAP-Markt droht das Aus : Sulzbacher kämpfen um Laden in der City

Betreiber will den Cap-Markt schließen und begründet das mit der zu niedrigen Kundenzahl.

Elke Hendle und Kristina Kryezi arbeiten als Reinigungskräfte im Sulzbacher Cap-Markt. Zum Konzept der Cap-Märkte gehört die gemeinsame Tätigkeit von Menschen mit und ohne Behinderung. Als Hendle und Kryezi erfuhren, dass das Geschäft geschlossen werden soll, haben sie eine Unterschriftenaktion gestartet und eine Kundgebung vor dem Laden organisiert. Dorthin kamen Thomas Vogelgesang und Rüdiger Clemens, die Geschäftsführer der Saarbrücker reha GmbH. Das Unternehmen betreibt die Cap-Märkte im Saarland. Auch Bürgermeister Michael Adam war bei der Kundgebung. Die Sulzbacherin Stephanie von Elm sprach von einem „Schock“, als die Nachricht von der Schließung bekannt geworden sei.

Das Geschäft in der Stadtmitte sei für viele Sulzbacher, vor allem für Ältere, wichtig.  Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien sehr freundlich und hilfsbereit. Von Elm: „Wir wollen, dass der Markt bleibt.“ Die beiden reha-Geschäftsführer stellten fest, dass sie sich die Entscheidung nicht leicht gemacht hätten.

Allerdings sei die Kundenzahl einfach zu gering, um das Geschäft aufrechterhalten zu können. Sie wiesen darauf hin, dass es schon seit einigen Jahren keine Metzgerei in dem Laden mehr gebe und mittlerweile auch keine Bäckerei mehr. Es sei schwierig, dort wirtschaftlich zu arbeiten. Doch das Unternehmen habe immer Rücksicht auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genommen. Jetzt aber habe man für diese Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten in anderen Märkten.

Zudem laufe der Mietvertrag Ende des Jahres aus. Der Markt schließe jedoch bereits vorher. Der Termin stehe noch nicht fest.

Bürgermeister Michael Adam sprach mit Blick auf die Nahversorgung in der Stadtmitte von einer bitteren Entscheidung. Die Stadt werde mit anderen Maßnahmeträgern über die Übernahme des Marktes reden. Zudem appellierte der Verwaltungschef an die Bürger, weiterhin im Cap-Markt einzukaufen. Das erhöhe die Chance, dass ein anderer Träger den Markt übernimmt.