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Nach zwei Unfällen mit Fahrradfahrern
Gefährliche Kreuzung soll sicherer werden

An dieser Kreuzung in Dudweiler kam es innerhalb von zwei Monaten zu zwei schweren Unfällen zwischen Auto- und Fahrradfahrern.
An dieser Kreuzung in Dudweiler kam es innerhalb von zwei Monaten zu zwei schweren Unfällen zwischen Auto- und Fahrradfahrern. FOTO: BeckerBredel
Dudweiler. Nach zwei schweren Unfällen in zwei Monaten will die Landeshauptstadt Saarbrücken eine Gefahrenstelle in Dudweiler entschärfen. Von Stephanie Schwarz

Innerhalb von rund zwei Monaten haben zwei Autofahrer an der Kreuzung Sulzbachtalstraße/St. Avolder Straße in Dudweiler zwei Fahrradfahrer übersehen, angefahren und schwer verletzt (wir berichteten). Nach einer Gefahrenanalyse will die Landeshauptstadt Saarbrücken die Gefahrenstelle Kreuzung nun mit einigen Maßnahmen entschärfen.


Ein kurzer Rückblick: Beim ersten Unfall Ende Februar dieses Jahres hat laut Polizei ein Autofahrer die Vorfahrt eines 61-jährigen Radfahrers missachtet, den Mann schwer verletzt. Er beging Fahrerflucht. Knapp zwei Monate danach, also Anfang Mai, rammte ein Auto eine 52-jährige Radfahrerin. Sie wurde gegen die Windschutzscheibe des Autos geschleudert und verletzte sich schwer am Kopf.

Das Gefahrenpotenzial der Kreuzung ist einigen Verkehrsteilnehmern nicht unbekannt. Nach einem SZ-Artikel über die Unfälle meldete sich ein Radfahrer in der Redaktion, der ebenfalls an dieser Kreuzung bereits angefahren wurde. Für den Mann war klar, die Beschilderung an der Kreuzung versperrt den Autofahrern die Sicht auf die ankommenden Radfahrer auf der Sulzbachtalstraße. Nach einer Anfrage bei der Stadtverwaltung Saarbrücken teilte diese der SZ jedoch noch im Mai mit, dass nach einer Ortsbesichtigung die AG Verkehr – bestehend aus Polizei, Straßenamt, Straßenverkehrsstelle des Ordnungsamtes und Stadtplanungsamt – , die bereits im Februar stattgefunden hat, keine Sichtbehinderungen für Verkehrsteilnehmer festgestellt habe. Nur ein Monat nach dem schweren Unfall Anfang Mai kommt nun richtig Bewegung in die Sache.

Die Landeshauptstadt hat nach einer neuerlichen Analyse der Situation beschlossen, die Verkehrssicherheit an dieser Kreuzung für Radfahrer zu erhöhen, sagt Pressesprecherin Josephine Kretschmer. Eine Verkehrsunfallkommission habe die Unfallstelle hinsichtlich Beschilderung, Beleuchtung und Sichtbehinderung überprüft und entschieden, die Kreuzung sicherer zu machen. Die Änderungen: Seit dem 8. Juni ist das Vorfahrtsschild in der Sulzbachtalstraße versetzt. Zusätzlich weisen  Schilder auf die querenden Radfahrer hin. „Halt! Vorfahrt gewähren!“-Schilder in der St. Avolder Straße hat die Stadt für Linksabbieger aufstellen lassen. Ein absolutes Halteverbot in diesem Straßenabschnitt ist ebenfalls bereits umgesetzt. „Zeitnah passt die Stadtverwaltung zudem die Fahrbahnmarkierung an und erneuert sie teilweise“, sagt Stadt-Pressesprecher Thomas Blug.

Um die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen, haben die Stadtwerke Saarbrücken die Beleuchtung im Kreuzungsbereich bereits gereinigt, die Leuchtmittel ausgetauscht und die Leuchtstärke erhöht, heißt es weiter.



Neben der Beschilderung sei auch die Fahrgeschwindigkeit an der Kreuzung im Visier der Kommissionsexperten, sagt Pressesprecherin Kretschmer. Und damit sei nicht nur das Tempo der Autofahrer, sondern auch der Fahrradfahrer gemeint. „Zeitnah“ soll es nun vor Ort Messungen geben.

Ein SZ-Leser hat in der Vergangenheit bereits die Geschwindigkeit der Fahrradfahrer, die aus der Sulzbachtalstraße kommen, zur Diskussion gestellt. Die St. Avolder Straße ist eine Tempo-30-Zone. In der Sulzbachtalstraße darf 50 Kilometer pro Stunde gefahren werden. Blug fügt hinzu: „Die Unfälle sind allerdings beim Abbiegen passiert: Die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit in beiden Straßen war daher nicht relevant für die Unfälle.“