| 21:07 Uhr

In der Aula
Für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas Passendes

Beim Kunstmarkt des Kunstvereins Sulzbach in der Galerie in der Aula schauen sich Wida Baban-Amiri und Olga Krämer-Banas Seidenschals an, während Brigitte Quack und Dagmar Günther (von links) sich dem Schmuck zuwenden.
Beim Kunstmarkt des Kunstvereins Sulzbach in der Galerie in der Aula schauen sich Wida Baban-Amiri und Olga Krämer-Banas Seidenschals an, während Brigitte Quack und Dagmar Günther (von links) sich dem Schmuck zuwenden. FOTO: Iris Maria Maurer
Sulzbach. Der siebten Sulzbacher Kunstmarkt lockte mit einem vielfältigen Angebot in die Galerie der Aula. Die Besucher schätzten es. Von Jörg Martin

Die Salzstadt war am vergangenen Wochenende erneut Veranstaltungsort einer Kunstausstellung. In der Aula in der Gärtnerstraße fand nämlich bereits zum siebten Mal ein Kunstmarkt statt. Zwei Tage lang lud der Kunstverein Sulzbach in die Galerie im Erdgeschoss ein. Kunst im öffentlichen Raum anzusehen, ist eine schöne Sache. Viel schöner wäre es jedoch, wenn man sie sich in den eigenen vier Wänden ansehen könnte. Ohne neugierige Blicke. So völlig für sich alleine. Da wirkt das Kunstwerk völlig anders auf einen. Und das am besten immer dann, wenn einem danach ist? Das würden bestimmt viele Menschen machen wollen. Doch die (vermeintlich) hohen Anschaffungskosten schrecken so manchen Kunstinteressierten ab. Doch die Angebote, vom Glasobjekt über die Grafik bis zum Gemälde starteten beim Kunstmarkt bereits bei zehn Euro. Somit war für jeden, alleine hinsichtlich des Preises, etwas dabei. Magischer Anziehungspunkt waren für viele die angebotenen Glasketten. Ob als Rauchquarz-Bergkristall, als Perlmutt, als Rauchquarz-Glas oder als Rosenquarz-Muranglas: Das Angebot war mehr als vielfältig. Ganz anders das Angebot von Michèle und Maurice Mazalto in Verbindung mit Bernhard Jobin und Jean-Louis Boucon. „Raum und Fläche“ lautete das Motto der Künstler aus der Sulzbacher Partnerstadt Arc-et Sénans. So konnte man ein Foto einer Frau sehen, die ihrem Arm in die Hüfte stütze. Das klingt profan. Doch, wer genau hinsah, konnte in dem Bereich zwischen Arm und Körper einen Kopf sehen. Papierarbeiten und Malerei sind der Schwerpunkt bei „Lütjens und Lütjens“. Völlig andere Wege geht Heike Puderbach. Die Bildhauerin zeigte in der Aula ein Kissenbild mit Seltenheitscharakter. Wachs und Strukturen dominieren bei den Arbeiten von Brigitta Hüttermann aus Homburg. Bei ihr sind Stoff und Wachs Träger von Strukturen. „Die Sonne kommt“ heißt ein Bild des Pfälzers Franz Martin. „Die Sonne kommt“ zeigt eine gemalte Frau auf einer Parkbank, die eine Zeitung liest. In eine ganz andere Richtung geht Ellen Franek. Sie sammelt Pressglas aus der Zeit zwischen 1900 und 1930. Keramiken dominieren die ausgestellten Werke von Florence Klein aus Besancon. Doris Tabillion aus St. Ingbert stellt individuelle Tonobjekte her und wendet dabei verschiedene Brenntechniken und -verfahren an.


Magischer Anziehungspunkt in der Aula-Galerie war aber ein schräg aufgehängtes Bild, welches direkt beim Betreten des Saales auf der rechten Seite an der Wand hing. „Schlafende“ lautete der Titel. Es zeigt zwei Personen am Ufer, die auf die Küste schauen. Nichts Außergewöhnliches könnte man meinen. Doch die beiden Hügel im Hintergrund sind in der Form von jeweils einem schlafenden Menschen dargestellt. „Ich würde es gerne kaufen, da es mich total fasziniert. Doch beim Preis von 520 Euro bin ich noch am Zaudern“, meinte Sibylle Franz aus Saarbrücken gegenüber der SZ und konnte ihre Begeisterung für das Werk kaum verbergen.

„So, wir schauen uns jetzt einmal die Glasketten genauer an. Bald ist Muttertag. Vielleicht finden wir ja was“, sagte ihr Begleiter Hans-Joachim Bohrmann. Er kommt schon zum dritten Mal aus Merzig hierher und schätzt die Auswahl. „Hier finden Sie Sachen, die Sie sonst nicht kriegen oder, die anderswo nicht bezahlbar sind, so der Rentner. „Heute schenke ich mir selbst was“, freute sich Jan Schrögler aus Zweibrücken, als er die Aula betrat. Was das Geschenk werden könnte, wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Auswahl war ja genügend.