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Für „Gille“ sich ins Zeug gelegt

Auch die Bambini liefen für „Gille“. Fotos: Iris Maurer
Auch die Bambini liefen für „Gille“. Fotos: Iris Maurer
Schnappach. Freizeitjogger, Vielläufer, Walker und Spaziergänger hatten am vergangenen Wochenende ein gemeinsames Ziel: das 18. Ruhbachtalfest des Sportvereins (SV) Schnappach im schönen Ruhbachtal. Christof Müller

Im Ruhbachtal gehörte am Wochenende neben einem abwechslungsreichen Programm für die ganze Familie der Ruhbachtallauf zu den Höhepunkten. Bei besten Laufbedingungen und professioneller Zeitmessung wollten dabei rund 260 Teilnehmer, darunter rund 30 Kinder beim Bambinilauf, etwas Gutes tun. Denn den Erlös des Laufs - und zum größten Teil des gesamten Fests - wollen die Organisatoren ihrem Vereinskameraden Günter Staub übergeben. Staub, Spitzname "Gille", war lange aktiver Spieler und später auch Trainer beim Sportverein Schnappach . Bei einem Motorradunfall vor wenigen Monaten wurde er schwer verletzt.



Nun freut sich auch Elisabeth Junk an diesem Morgen auf den Start. Mit ihren 73 Jahren gehört sie zu den ältesten Teilnehmerinnen: "Wir kommen hier schon ganz viele Jahre hin, mittlerweile auch mit den Enkelkindern", erzählt die Friedrichsthalerin: "Ich will einfach mal wissen, ob ich noch fit bin. Eine Drei-Kilometer-Runde will ich mitmachen. Es ist immer wieder schön hier mitten im Grünen."

Am Ende schafft Elisabeth Junk statt der erhofften drei sogar sechs Kilometer. Die ist sie gemütlich in Begleitung ihrer Kinder spaziert.

Doch auf das Tempo kam es beim 13. Ruhbachtallauf auch gar nicht an. Vielmehr konnten alle Teilnehmer selbst entscheiden, wie oft sie die Drei-Kilometer-Runden über flachen Waldboden drehten. Ein Chip am Fuß registrierte dabei die Anzahl. Und so sah man unterwegs auch viele Teilnehmer von Lauftreffs und Laufvereinen aus dem Sulzbach- und Fischbachtal. Mit 1000 Laufkilometern rechneten die Veranstalter im Vorfeld. Am Ende liefen alle Teilnehmer zusammen 600 Runden und 1800 Kilometer für "Gille".

Und Günter Staub war am Rande mehr als glücklich: "Es ist ein wahnsinnig gutes Gefühl, wenn man merkt, wie viel Rückhalt man auch in schwierigen Situationen hier hat", freute sich der Schnappacher, "wenn man sieht, dass Freunde und der Verein einen nicht vergessen haben - und natürlich auch, dass so viele beim Ruhbachtallauf mitgemacht haben." Und Horst Henrichs, 2. Vorsitzender des SV Schnappach , bringt es auf den Punkt: "Wir wünschen uns alle, dass es Günter Staub ganz schnell wieder bessergeht. Er hat sehr viel für den Verein geleistet, und wir brauchen ihn hier."

Doch Laufen war beim Ruhbachtalfest nicht alles. Samstags zog der schon traditionelle Festumzug durch den Stadtteil. Hier zeigte sich, wie lebendig Schnappach mit seinen rund 500 Einwohnern, doch ist. Anschließend nutzte der Sportverein das Fest, um eine Herzensangelegenheit zu Ende zu bringen. Direkt neben dem Clubhaus im Ruhbachtal weihte der SV seinen neuen Kinderspielplatz ein: "Alles ist aus Eigenmitteln durch den Förderverein finanziert worden", sagt Horst Henrichs zufrieden: "Wenn jetzt unsere Aktiven spielen, kann sich der Nachwuchs auf der Schaukel und im Sandkasten austoben." Fußballerisch markierte das Ruhbachtalfest gleichzeitig auch den Start in die neue Saison der Bezirksliga Saarbrücken und der Kreisliga B Saarbrücken. Nach dem Auswärtsspieltag in Bübingen traf der SV Schnappach am Sonntag auf die Freunde und gleichzeitig auch Rivalen von Viktoria Hühnerfeld, wobei die Punkte klar im Ruhbachtal blieben. Die erste Mannschaft des SV gewann mit 7:1, die zweite Mannschaft räumte Viktoria gar mit 11:0 vom Rasen.

Umso ausgelassener wurde anschließend die dritte Halbzeit gemeinsam ausgetragen - mitten in der Natur bei einem gelungenen 18. Ruhbachtalfest.

Beim Umzug durch Schnappach anlässlich des Ruhbachtalfestes: vorneweg der Wagen des „Unterbayern“.
Beim Umzug durch Schnappach anlässlich des Ruhbachtalfestes: vorneweg der Wagen des „Unterbayern“.