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Fröhlich lernen mit der Reisetante

Fröhlich lernen mit der Reisetante

Gestern nahm es seinen Anfang, das Frankreich-Projekt für die Kleinen in Sulzbach. Sie sollen unser Nachbarland besser kennen lernen. Und gute Gastgeber sein für Kinder aus der Partnerstadt Arc-et-Senans.

Für Michelle ist Frankreich schon lange kein Neuland mehr. "Die Kinder sprechen dort Französisch, außerdem steht in diesem Land der große Eiffelturm ", berichtet das Mädchen aus der Kindertagesstätte St. Elisabeth. Woher die Sechsjährige das alles weiß? "Ich war schon mehrmals dort", fügt die Kleine hinzu und lächelt.

Jetzt ist sie an der Reihe. Neben Michelles Kita empfangen sieben weitere Einrichtungen - Waldschule, Mellinschule, städtischer Kindergarten Schnappach, Kita Pastor-Hein in Altenwald, Kita St. Marien in Hühnerfeld, Kita Regenbogen in Sulzbach und Kita Buntes Leben in Hühnerfeld - am 3. Mai den französischen Nachwuchs aus der Partnerstadt Arc-et-Senans. Doch wie wird man ein guter Gastgeber? Und wie begrüßt man den Besuch richtig?

Die Antworten liefert Stefanie Bungart-Wickert. Bei der gestrigen Auftaktveranstaltung zum ,,Frankreichprojekt der Stadt Sulzbach " im Salzbrunnenhaus übernahm die Erzieherin die Rolle der "Reisetante". In einem gestreiften Pullover, einem roten Jackett und einem leicht schief aufgesetzten Béret nahm Bungart-Wickert rund 34 kleine Teilnehmer mit auf einen musikalischen Streifzug durch das Nachbarland Frankreich. Begleitet vom Liedermacher und Chansonnier Wolfgang Winkler packte Bungart-Wickert mit fünf kleinen fleißigen Helfern ihren Koffer aus. Mit im Gepäck hatte die "Reisetante" die deutsche und französische Flagge, bunte Luftballons in den Farben des Partnerlandes, einen Reiseführer, ein CD mit Kinderliedern und das Bild vom Eiffelturm , das vor allem die kleine Michelle begeisterte.

"Das ist doch eine schöne Idee", freute sich die Schulleiterin der Waldschule, Anne Müller. "Ich finde es ganz wichtig, dass die Kinder früh genug erfahren, wer unsere Nachbarn sind. Außerdem haben die Kleinen auch einen Vorteil: Je früher sie in Berührung mit der neuen Sprache kommen, desto schneller und einfacher ist ihr Lernprozess."

Zwischen acht und zehn Wochen haben die Schulleiter Zeit, dann kommt schon die ersehnte Premiere. "Jede der hier anwesenden Einrichtungen nimmt an der Vernissage am 3. Mai teil und präsentiert ihre Ergebnisse in Bezug auf das Projekt", erklärt Müller weiter. Erlaubt ist, was Spaß macht, Hauptsache, es hat etwas mit Frankreich zu tun. "Wir setzen dabei in der vierten Klassenstufe an und bringen unseren Schülern die französische Literatur näher", erklärt Anne Müller die Idee ihrer Schule.

Aber auch Sitten und Gebräuche der Franzosen stehen im Vordergrund, so wie übrigens auch ihre Traditionen und die leckere französische Küche.

"Neben den Koffern bekommen heute die Schulen auch finanzielle Unterstützung", erklärte Bürgermeister Michael Adam . Seit zwei Jahren ist er Mitglied im Vorstand der Deutsch-Französischen Gesellschaft Saar und zusammen mit dem Präsidenten, Prof. Dr. Peter Moll, der Organisator des theatralischen kindergerechten Nachmittags im historischen Gebäude der Stadt. Adam: "Nach der heutigen Veranstaltung geht es richtig los. Dann geht Stefanie Bungart-Wickert an die Schulen und unterstützt die Lehrer bei dem zehnwöchigen Projekt vor Ort."