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Muslimische Gemeinde Saarland : Freie Wähler wollen Baugenehmigung für Sulzbacher Moschee prüfen

Muslimische Gemeinde Saarland : Freie Wähler wollen Baugenehmigung für Sulzbacher Moschee prüfen

Es waren teils hitzige Gespräche während der Sondersitzung des Sulzbacher Bauausschusses, die wegen der in der Stadt geplanten Moschee einberufen worden war – und doch gab es am Freitagabend relativ wenige neue Erkenntnisse.

„Für uns gilt die deutsche Verfassung – hundertprozentig“. Das war vielleicht das wichtigste Statement von Burhan Yagci bei der Sondersitzung des Sulzbacher Bauausschusses. Der 31-Jährige ist Vorsitzender des Vereins Muslimische Gemeinde Saarland (MGS). Dieser hat das ehemalige Post-Gebäude in der Mitte der Stadt gekauft und möchte es zu einer Moschee umbauen. Als Eröffnung ist Laufe des kommenden Jahres anvisiert, teilte Yagci am Rande der Sitzung mit.

Als Salafisten im Sinne von gewaltbereiten Auslegern des Islam wollte er die Mitglieder der MGS nicht verstanden wissen und distanzierte sich eindeutig von Terroristen, die im Namen des Islam morden. Auch relativierte er, dass das Einzugsgebiet der geplanten Moschee den südwestdeutschen Raum einnehme. So viele Muslime würden nur zu vereinzelten Veranstaltungen, jedoch kaum zum normalen Freitagsgebet erwartet. Insofern seien also keine großen Parkprobleme zu befürchten.

Wegen der aufgeheizten Stimmung, die in den vergangenen Tagen vor allem im Internet hohe Wellen geschlagen hat, erinnerte Bürgermeister Michael Adam (CDU) die MGS daran, dass es eine „Hol- und Bringschuld“ gebe, um gegenteilige Vorurteile abzubauen. Gleichzeitig appellierte er an Burhan Yagci, transparenter vorzugehen, um den Bürgern die Ängste zu nehmen.

Dass dies offensichtlich nicht überall gelingt, machten einige Bürger deutlich. So berichtete Sigrid Weber, dass es in der Siedlung Goldene Au zwei salafistische Familien gebe, deren Frauen nur vollverschleiert vor die Tür dürften. Sogar alteingesessenen türkischen Familien laufe das zuwider. Das ehemalige Stadtrats-Mitglied Marlies Krämer (Linke) übte offene Kritik an der Zwangskleidung und am Patriarchat und bat die Verwaltung darum, im Grundbuch festzuhalten, dass kein Muezzin seine Predigt per Lautsprecher nach außen übertragen dürfe.

Als eindeutige Gegner des geplanten Moschee-Umbaus zeigten sich die Mitglieder der Freien Wähler, auf deren Antrag die Sondersitzung auch einberufen worden war. Zwar erntete Burhan Yagci Applaus von Dietmar Holzapfel und Bernd Schlachter. Doch Holzapfel mahnte, er wolle die seinerzeit erteilte Baugenehmigung – zuständige Behörde ist die Untere Bauaufsichtsbehörde (UBA) beim Regionalverband – genauestens prüfen. Sollte er förmliche oder absichtliche Fehler entdecken, werde er versuchen, den Bau zu verhindern.