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Frauen sind in diesem Gremium gut vertreten

Frauen sind in diesem Gremium gut vertreten

Die Saarbrücker Zeitung widmet sich in einer Serie der sozialen Zusammensetzung der Gemeinderäte in unserer Region. Heute geht es um den Sulzbacher Stadtrat.

Dem Sulzbacher Stadtrat gehören 33 Mitglieder aus sechs Parteien an - 14 von ihnen sind Frauen . Diese Quote von 42,4 Prozent ist im Vergleich zu denen anderer Kommunalräte recht hoch.

Die CDU-Fraktion stellt mit 15 gewählten Kommunalräten (sieben Frauen ) die größte Fraktion in Sulzbach . Ihr Altersdurchschnitt beträgt 50 Jahre, allerdings sind sechs Personen über 63. "Mit der Aufteilung sind wir sehr zufrieden", sagt der Fraktionsvorsitzende Alfred Herr. Hin und wieder stünden bei Fraktionssitzungen private oder berufliche Verpflichtungen im Weg, "aber zu den Ausschüssen und Stadtratssitzungen sind immer alle anwesend".

Die zweitgrößte Fraktion im Stadtrat ist die der SPD mit zehn Mitgliedern (fünf Frauen ). "Zu Beginn unserer Amtszeit lag der Altersdurchschnitt bei 47 Jahren", erklärt der Fraktionsvorsitzende Holger Kirsch, "Leider mussten zwei junge Leute ihr Amt berufsbedingt aufgeben. Die Nachrücker sind wesentlich älter und so hat sich das Durchschnittsalter auf 52 Jahre erhöht." Grundsätzlich aber ist auch Kirsch mit der Zusammensetzung der Fraktion zufrieden.

Überdurchschnittlich viele Frauen bietet "Die Linke " auf - immerhin zwei Frauen und ein Mann. Eine Person ist angestellt, eine im Rentenalter und eine arbeitslos. Der Altersdurchschnitt beträgt 60 Jahre, womit die Fraktionsvorsitzende Monique Broquard nicht zufrieden ist: "Jünger wäre idealer", stellt sie klar.

Unterdurchschnittlich viele Frauen - nämlich keine - gehören zur Fraktion der Freien Wähler. Die drei Männer haben ein Durchschnittsalter von 50 Jahren. Der Fraktionsvorsitzende Bernd Schlachter ist mit dieser Aufteilung zufrieden, sieht allerdings zeitliche Probleme: "Einige Termine werden vom Bürgermeister während der üblichen Arbeitszeit eingeplant. Die Familie muss oft Zugeständnisse machen, zum Beispiel bei Geburtstagsfeiern ", merkt er an.

"Die Arbeit als Ein-Personengruppe erachtet sich als sehr schwierig. Hier hätte der Gesetzgeber mit dem Fallen der Fünf-Prozent-Hürde auch für einzelne Mandatsträger nachbessern müssen", sagt Manfred Stalter, der für Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat sitzt. "Es gibt eigentlich keine Probleme, da mir auch als Einzelner das Rederecht in Ausschüssen zugebilligt wurde. Aber eben nicht das Recht auf Anträge", führt er aus. Ein besonderes Problem sieht er in der Besetzung von Aufsichtsräten kommunaler Betriebe: "Da geht man leer aus und hat somit über Abläufe innerhalb dieser Unternehmen keine Kontrolle", meint Stalter: "Man muss an das glauben, was man bekommt. Das ist nicht ok." In Ordnung findet Stalter hingegen die soziale Zusammensetzung des Stadtrates: "Ich wünschte mir nur einen größeren Anteil von hier ansässigen Gewerbetreibenden", sagt er.

Dies könnte auch Christoph Kleinz von der FDP gefallen. "Mir ist ein Dorn im Auge, dass sich so wenige junge Leute unter 30 Jahren für die Kommunalpolitik interessieren", betont er: "Darlehen, Bürgschaften oder Programme werden immer wieder für die nächsten 20 bis 30 Jahre beschlossen. Es ist erschreckend, dass wir nur wenige Fürsprecher der jungen Generation haben." Gerade die jetzt 25- bis 40-Jährigen seien ehrenamtlich "sehr inaktiv. ,,Zudem haben wir gerade im Stammtischbereich viele Besserwisser, die lieber ihre Hände im Schoss belassen. Wir brauchen mehr Macher und weniger Schwätzer in jeglichen Bereichen", sagt Kleinz. Warum er sich das alles neben Beruf, Sport und Familie antut? "Weil es Spaß macht und mich meine Eltern dazu erzogen haben, dass man sich einbringen muss, da nur so Gesellschaft und Gemeinschaft funktionieren."

Zum Thema:

Hintergrund Ein Gemeinderat (oder Stadtrat) wird von den Bürgern für die Dauer von fünf Jahren gewählt. Er legt die Grundsätze für die Verwaltung der Gemeinde fest und entscheidet über alle Selbstverwaltungsangelegenheiten. Die Mitglieder des Rates sind ehrenamtlich tätig und haben eine besondere Treuepflicht gegenüber der Gemeinde. Sie handeln nach ihrer freien, nur durch die Rücksicht auf das Gemeinwohl bestimmten Gewissensüberzeugung. Sie üben ein freies Mandat aus und sind somit an Aufträge und Weisungen nicht gebunden. zen