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Fragende Kinderaugen in historischem Gemäuer

Sulzbach. Beim „Tag mit Salz“ wartete am vorigen Mittwoch der Salzknecht mit vielen interessanten Einzelheiten zur salzigen Vergangenheit Sulzbachs auf, und die Kinder durften nach Kristallen buddeln und Salz wiegen. Christina Rink

"Hallo Kinder", begrüßt Salzknecht Josef die zwei Mädchen und vier Buben im historischen Salzhaus. Dort freuen sich alle auf den Kinderaktionstag "Ein Tag mit Salz", der Bestandteil des Sulzbacher Ferienplans für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren ist.

Nach der Begrüßung erklärt der Salzknecht, was Salz überhaupt ist, was passiert, wenn unser Körper zu viel oder gar zu wenig Salz bekommt, worin Salz überall ist und wofür man Salz überhaupt braucht.

Dann fordert er die Kinder auf, ihm zum ersten Salzexperiment zu folgen. Zuerst zeigt er ihnen ein Salzkristall: "Wollt ihr mal dran lecken?" Das Salzkristall macht die Runde, und die Kinder verziehen nacheinander das Gesicht.

Für das erste Salzexperiment füllt Josef Wasser in einen Behälter und lässt danach vorsichtig ein rohes Ei in das Wasser gleiten. "Noch schwimmt das Ei unten", sagt er, bevor er eine große Portion Salz in das Gefäß schüttet. Während die Kinder ihm gespannt dabei zuschauen, wie er mit einem Kochlöffel das Salz mit dem Wasser verbindet, beginnt sich das Ei vom Boden zu lösen und an der Oberfläche zu schwimmen. "Wenn ich jetzt mehr Wasser dazugebe, sinkt das Ei wieder auf den Boden", erzählt der Salzknecht.

Für das nächste Experiment braucht er einen aufgeblasenen Luftballon, einen Teller mit Salz und die Hilfe von Lara. "Darf ich mal deinen Kopf benutzen", fragt er die Siebenjährige, die daraufhin vorsichtig nickt. Josef reibt den Ballon in schnellen Bewegungen und fragt die Kinder, was er gerade macht: "Du lädst den Ballon statisch auf", beantwortet Raphael, eines der älteren Kinder, die Frage. "Jetzt schaut mal, was passiert, wenn ich den Luftballon über den Teller mit Salz halte." Dieses Experiment führt Josef gleich mehrmals vor und demonstriert damit, dass das Salz von dem Ballon wie von einem Magneten angezogen wird.

Danach schauen sich die Kinder einen Film an, in dem unter anderem erklärt wird, was mit dem Salz aus dem Seewasser passiert, und wie Salzstangen hergestellt werden. Nach dem Film dürfen die Kinder Salz unter anderem wiegen.

Hierfür geht es die Treppen hoch, wo Volker Klippert, der Chef und Wiegemeister, schon auf die Kinder wartet. Er hat auf Tischen Waagen in unterschiedlichen Größen aufgebaut. Dabei sind ältere Modelle wie beispielsweise eine Apothekerwaage. Hier können die Kleinen die verschiedenen Möglichkeiten des Wiegens mit den historischen Waagen kennenlernen, und sie bekommen gezeigt, wie man früher kleinere und größere Mengen gewogen hat. "Nun könnt ihr zum Beispiel versuchen, ein Gleichgewicht zwischen den Gewichten und dem Salz herzustellen", sagt Volker Klippert, während er Collin hilft, das Salz in ein rotes Plastikgefäß zu füllen, und ihm danach auf der Waagschale gegenüber zeigt, wie man mit Gewichten das Verhältnis zum Salz verändern kann.

Beim Wiegen und Messen ist auch die erste Beigeordnete Mary Rose Bramer dabei. "Ich bin die Vertretung des Bürgermeisters und war bereits zu Beginn dieser Woche beim Brotbacken in der Backstube dabei", berichtet sie. Lara, Samira, Collin, Conner, Tristan und Raphael werden danach noch die Schürfstelle, wo der Sohn von Volker Klippert schon wartet, besuchen.

Und wer bei der Edelsteingrube einen Edelstein findet, der darf ihn behalten und mit nach Hause nehmen. Diese Erinnerung ist mit Sicherheit eines der Highlights, das die Kinder am "Tag mit Salz" erleben.

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