Filigrane Welt aus Glas

Auf drei Etagen der Sulzbacher Aula präsentierten am Wochenende zahlreiche Künstler eine zerbrechliche Welt voll überraschender Formen und Farben. Natürlich wurde auch erklärt, wie Glas überhaupt entsteht.

 Margit und Ludwig Cavelius schauen sich Glasarbeiten von Hermann Ritterswürden (rechts) an. Fotos: Iris Maurer
Margit und Ludwig Cavelius schauen sich Glasarbeiten von Hermann Ritterswürden (rechts) an. Fotos: Iris Maurer

Bereits zum zehnten Mal zeigten die Sulzbacher Glaskunsttage, was man aus dem Material Glas formen und herstellen kann. Und das ist weitaus mehr, als Briefbeschwerer oder Vasen! Auf drei Etagen der Sulzbacher Aula konnte am Wochenende das Publikum auf Entdeckungsreise gehen, und bereits vor der Tür waren die ersten Stände aufgebaut.

Jörg Hanowski hatte dort seinen Brennofen aufgestellt und demonstrierte vor Ort, wie Glas hergestellt wird. "Männer interessieren sich eher für die Technik, Frauen für die Objekte", sagt er und lacht. Er ist "Wiederholungstäter" und hat bisher keinen der zehn Sulzbacher Glaskunsttage versäumt. "Es hat immer seinen Reiz, hier zu sein, und die historische Aula bietet einen schönen Rahmen", sagt der aus dem Ruhrgebiet stammende Glaskünstler, der auch Glasapparatebauer und Leuchtröhrenglasbläser ist. Heute arbeitet er nur noch Kunstobjekte, zwei seiner zarten, filigranen Werke, die an Phytoplankton erinnern, waren in der Aula zu sehen.

Gegenüber hatte Steffen Orlowski seine Kunstwerke ausgestellt. Der Künstler und Designer aus Thüringen arbeitet heute ebenfalls als Glasbläser. Es ist der Herstellungsprozess, der es ihm angetan hat. "Das ist faszinierend. Es ist wie ein Tanz mit dem Material", sagt er. Seine Werke sind dann auch dementsprechend unterschiedlich, je nachdem, wie der "Tanz" abläuft. Große, kugelrunde Glasformen wechseln sich mit kleinteiligen, ineinander verschlungenen Glasgebilden ab. Dabei verzichtet der Glaskünstler auf eine Farbgebung und kombiniert seine Arbeiten mit kleinen Figürchen.

Wer sich historische Gläser anschauen wollte, sich für Glasschmuck interessiert oder Schleifern bei der Arbeit zusehen wollte, kam am Wochenende in Sulzbach auch auf seine Kosten. Unter den 20 Ausstellern war auch Petra Lorenz aus Dudweiler, die ihre überraschend vielfältig geformten Schmuckstücke zeigte, Hanne Irmsch aus Saarbrücken brachte mit ihren Glasobjekten viel Farbe ins Spiel, und das Glas- und Heimatmuseum Warndt bewies, dass die Glaskunst zum kulturellen Erbe unserer Region zählt.

Sehr auffällig war auch die raumgreifende Arbeit von Silvia Lobenhofer-Albrecht. Das farblose Glasobjekt "Die Kathedrale" wurde an einer Metallkonstruktion in der Form eines gotischen Strebewerks aufgehängt. "Das Glas soll hier den Mittelpunkt des Lebens symbolisieren", sagt die Glaskünstlerin aus der Nähe von Nürnberg. Und dann lobt sie die Veranstalter, den Kunstverein Sulzbach und die Stadt Sulzbach , und erzählt, wie gut man sich hier betreut fühlt.

Auch die vielen Besucher bewiesen, dass sich die Glaskunsttage Sulzbach längst etabliert haben. "Dieses Jahr waren Künstler aus Deutschland und Tschechien hier, darunter fünf neue Teilnehmer", berichtet Dagmar Günther vom Kunstverein Sulzbach . "Im nächsten Jahr wollen wir dann Glaskünstler aus Frankreich einladen. Dann bekommen die Besucher immer wieder neue Glaskunst geboten".