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Feuer, Clowns und Akrobatik

Von links im Bild: Chantal, Mutter Sabrina, Vater René mit Pferd Aaron, und Samanta Lutzny. Fotos: Becker&Bredel
Von links im Bild: Chantal, Mutter Sabrina, Vater René mit Pferd Aaron, und Samanta Lutzny. Fotos: Becker&Bredel
Neuweiler. „Vorhang auf und Bühne frei“ heißt es heute Abend um 17 Uhr für den Zirkus Montana. Bevor es aber für Mensch und Tier so richtig los geht, gewährt man uns einen Einblick hinter die Kulissen. Christina Rink

. Sabrina Lutzny ist Artistin und führt uns gleich zum Ort des Geschehens. Die Zuschauer können sich beispielsweise auf Dressurnummern mit acht Ziegen, zehn Lamas und elf Pferden freuen. Auch Luftakrobaten, Seiltänzer, Clowns und Feuerschlucker sind mit von der Partie.

Sabrinas Töchter Chantal (10) und Samanta (12) helfen ihrem Vater René bei den Dressurnummern, können mit insgesamt 60 Hula-Hoop-Reifen jonglieren und sind bei Akrobatiknummern dabei. An Urlaub ist bei der Zirkusfamilie nicht zu denken. "Natürlich ist es finanziell nicht immer einfach", sagt Sabrina Lutzny, aber einen anderen Job kann sie sich dennoch nicht vorstellen. Der familiäre Zusammenhalt ist ihr sehr wichtig: "Familie geht vor Geld", betont sie. Alle Familienmitglieder müssen an einem Strang ziehen und nicht nur während der Vorstellung Hand in Hand arbeiten. "Wenn ich sehe, dass das Publikum bei dem Feuerschlucker staunt und bei dem Clown lacht, dann weiß ich, dass auch wir als bodenständiger Zirkus ganz nah bei den Zuschauern waren und sie mitreißen konnten."

In das Zwei-Mast-Zelt passen je nach Bestuhlung 400 bis maximal 500 Personen. Pro Vorstellung sind es meistens zwischen 50 und 80 Zuschauer, deshalb war der Zirkus Montana sehr froh, dass ihnen die Sulzbacher Verwaltung die Möglichkeit gegeben hat, ihr Quartier auf dem Festplatz in Neuweiler aufzubauen. "Wir sind hier zum ersten Mal und die Bedingungen sind nicht nur für uns, sondern auch für unsere Tiere optimal", erzählt uns Sabrina Lutzny. Ihre Kinder gehen jeden Tag, außer in den Ferien, zur Schule. Dass sie dafür jede Woche die Schule und die Klasse wechseln müssen, daran haben sie sich bereits gewöhnt. Aus Nordrhein-Westfalen bekommt die Zirkusfamilie Unterstützung von der Schule für reisende Kinder. Zudem stehe man immer mit einer Lehrerin in Kontakt, so dass die Kinder mit dem Unterrichtsstoff genau so weit sind wie andere in ihrem Alter.

Den Zirkus Montana gibt es seit der siebten Generation und die 33-Jährige weiß, wie damals alles - nach den Erzählungen in der Familie - begonnen hat: "Ganz am Anfang hat man die Zirkusleute natürlich als ,fahrendes Volk' oder ,Zigeuner' abgestempelt, das ist Gott sei Dank heute nicht mehr so. Jeder Zirkus hat mal klein angefangen. Unser Unternehmen begann damals mit einem Gaukler, Clowns und Komödianten, die auf ganz kleinen Bühnen aufgetreten sind. Später kamen dann Pferde hinzu und ein paar exotische Tiere wie Waschbären, Stachelschweine oder auch ein Braunbär."

Der Zirkus verzichtet heutzutage nach eigenen Angaben nicht nur aufgrund des Tierschutzes auf Raubtiere, auch der finanzielle Aspekt spiele hierbei eine große Rolle, und genügend Platz sei auch nicht immer vorhanden. An Motivation fehlt es den Familienmitgliedern aber offenbar nicht, denn sie freuen sich jeden Tag erneut auf ihre Zirkus-Show, die sie gemeinsam auf die Beine stellen.

Die kommenden Vorstellungen sind am heutigen Freitag um 17 Uhr, am Samstag, 9. August, um 17 Uhr und am Sonntag, 10. August, um 14 Uhr. Nächste Woche gastiert die Familie dann von Donnerstag, 14. August, bis Sonntag, 17. August, in Hühnerfeld.

Chantal (10) beherrscht die Akrobatik.
Chantal (10) beherrscht die Akrobatik.
Im großen Wohnwagen ruht sich die Familie Lutzny nach den anstrengenden Vorstellungen aus.
Im großen Wohnwagen ruht sich die Familie Lutzny nach den anstrengenden Vorstellungen aus.
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