Retter werden behindert : Feuerwehr kämpft gegen Falschparker

Noch setzen die Sulzbacher Rettungskräfte auf Appelle an die Vernunft. In nächster Zeit wird es Testfahrten geben.

Die Feuerwehr macht mobil gegen Falschparker und hat bereits in den sozialen Netzwerken des Internets dazu aufgerufen, die Tore der Feuerwache in Sulzbach bitte nicht mehr zuzuparken. „Wir zählen zwei Fälle in der Woche. Da parken Autos auf dem Platz unserer Ausfahrt, was unseren schweren Fahrzeugen ein schnelles Ausrücken unmöglich macht“, sagt Wehrführer Richard Plein. Zwar stünden auf dem Platz keine Halteverbotsschilder, doch die Türen der Wache seien verglast und die Feuerwehrautos für jeden sichtbar.

„Da parkt man einfach nicht!“ Der Wehrführer, der im Ordnungsamt der Stadt arbeitet, hat bislang keine Strafzettel angeregt. Er baut auf Vernunft und Einsicht und sucht die Kommunikation mit den Autofahrern. „Das sind ja keine auswärtigen Kennzeichen von Menschen, die sich bei uns nicht auskennen. Das sind immer Autos, bei denen wir wissen, dass die Fahrzeugführer in der Nachbarschaft unterwegs sind. Die behindern aber unsere Einsatzfähigkeit und gefährden Menschenleben, wenn bei einem schweren Unfall oder einem Wohnhausbrand unser wichtigstes Fahrzeug nicht mehr aus der Halle kommt“, so der Chef der Freiwilligen Feuerwehr in der Salzstadt.

Die Feuerwehrautos seien schwere Lastwagen. An einem falsch parkenden Pkw vorbeizurangieren gehe so gut wie nicht. Auch rückwärts durch die hinteren Tore rausfahren könne man nicht so einfach. Wer falsch parke, verzögere Feuerwehr­einsätze um viele Minuten. „Und dabei ist es völlig unnötig. Genau gegenüber der Wache ist ein kostenloser großer und neu angelegter öffentlicher Parkplatz“, sagt Plein und schüttelt den Kopf.

Wie hier in Frankfurt kann es auch bald die Falschparker in Sulzbach treffen, wenn sie die Rettungswege mit ihren Autos versperren. Foto: picture alliance / dpa/Roland Holschneider

Der Sulzbacher Feuerwehrsprecher Patrik Wagner fügt hinzu: „Wir haben noch weitere Probleme in der Stadt und werden in nächster Zeit in bestimmten Straßen Testfahrten mit den Löschfahrzeugen machen, um herauszufinden, ob wir da durchkommen.“ Testfahrten kündigt die Feuerwehr vor allem für die Musikantenstraße, Wilhelmstraße, Goldene Au, Stefanstraße, Ludwigstraße, Oberdorfstraße und die Baustellenbereiche an. Gerade abends, wenn alle Anwohner zu Hause seien, werde dort oft so eng geparkt, dass die schweren Feuerwehrfahrzeuge Probleme haben. „Aber selbst die Rettungswagen des Roten Kreuzes kommen da mitunter nur schwer durch“, erklärt Richard Plein abschließend.

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