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Jetzt kommt ein neuer Lebensabschnitt
Es tun sich neue Welten auf

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Es geht mir so viel durch den Kopf, wenn ich die Berichte lese, die sich mit den Schul-Abschlussfeiern beschäftigen. Ich denke dann zurück an wunderbare Freundschaften, die bis heute gehalten haben, an Mitschüler, mit denen man nie warm geworden ist, an hilfsbereite Banknachbarn und an drei Freundinnen, die mir in der Mittelstufe das Skatspiel beigebracht haben.

Das war mitunter das Wichtigste. Vieles von dem, das man teils mühsam erlernte, ist inzwischen wieder vergessen. Doch vieles hat man behalten und bewahrt. So ist die Überfliegerin noch bestens in Erinnerung, die morgens, kurz vor Schulbeginn, ihre Hefte auspackte, damit jeder faule Sack die Hausaufgaben abschreiben konnte. Vor allem reden wir heute noch mit Ehrfurcht, aber auch mit viel Erheiterung über den ein oder anderen Lehrer oder Lehrerin. Da gab es etwa die sehr strenge Pädagogin, vor der man sich fürchtete und so jeder „Kollision“ mit ihr aus dem Wege ging. Lieber lernte man die Vokabeln, als dass man vor versammelter Mannschaft als „Buddschebliemche“ bloßgestellt wurde – als Studentenblume, auch Tagetes genannt.


All denen, die nun – ob mit Hauptschulabschluss, mittlerer Reife oder Abitur – einen neuen Lebensweg beschreiten, wünsche ich alles Glück dieser Welt. Und schöne Erinnerungen an eine Zeit, die rückblickend als überwiegend unbeschwert betrachtet werden kann. Es tun sich neue Welten auf. Und viele werden wunderbar sein. Manche aber auch ernüchternd. So ist es halt – das Leben.