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Gegen die Linke
Es bleibt dabei: Bürgermedaille

Männlich, weiblich, neutral: In Sulzbach bleibt es bei der Bürgermedaille. Eine weibliche Form (Brgerinnenmedaille) wird es nicht geben (Symbolbild).
Männlich, weiblich, neutral: In Sulzbach bleibt es bei der Bürgermedaille. Eine weibliche Form (Brgerinnenmedaille) wird es nicht geben (Symbolbild). FOTO: Peter Steffen / dpa
Sulzbach. Zwei Anträge der Linken im Stadtrat wurden mit großer Mehrheit abgelehnt. Sie zielten darauf ab, den Begriff Bürgermedaille abzuändern. Von Thomas Feilen

Gleich mit zwei Anträgen zielte am vergangenen Dienstagabend die Fraktion der Linken im Stadtrat darauf ab, die „sprachliche Gleichstellung von Frau und Mann“ auch bei der Verleihung der Bürgermedaille der Stadt zu berücksichtigen. Folglich wurde beantragt, künftig von „Bürgerinnenmedaille/Bürgermedaille“ zu schreiben und zu sprechen. Sollte diesem Antrag keine Mehrheit beschieden sein, schlug die Fraktionsvorsitzende Monique Broquard vor, die bisherige Bürgermedaille künftig Ehrenmedaille zu nennen und als solche an verdiente Sulzbacher zu verleihen.


Diesem Ansinnen widersprach für die Verwaltung umgehend deren Chef, Bürgermeister Michael Adam (CDU). Er erinnerte dabei an die beiden Träger der Ehrenbürgerschaft der Stadt, den Schriftsteller Ludwig Harig und den Historiker Karl Ludwig Jüngst, die weit über die Grenzen der Stadt Bedeutung erlangt hätten. Eine Umbenennung der Bürger- in Ehrenmedaille könnte in der Außenwirkung zu einer „Vermischung“ (Adam) führen, die nicht gewünscht sei. Von den anderen Fraktionen (CDU, SPD, FW und die Mitte) und vom FDP-Stadtverordneten Christoph Kleinz wurde dem Linken-Ansinnen mit Hinweis darauf, dass hier Bürger stellvertretend zu sehen sei für Bürgerschaft, eine deutliche Abfuhr erteilt. Diese wiederholte sich dann in den förmlichen Abstimmungen. Lediglich die Antragsteller stimmten für die Änderung, alle anderen Stadträte votierten mit Nein und lehnten beide Anträge somit deutlich ab.

Vor der Beratung dieses Tagesordnungspunktes hatte der neue Sulzbacher Stadtmanager Stefan Wacket Gelegenheit, sich und seine Tätigkeit vorzustellen. Dabei warb er zunächst eindringlich dafür, dass die Sulzbacher ihre Geschäfte nicht schlecht reden dürften und im Gegenteil auch die Politiker Werbung machen sollten für die Experten, die es im Stadtgebiet gebe. Wacket setzte sich auch unmissverständlich dafür ein, dass Ladenneuöffnungen von der Stadt bezuschusst werden. Dem stimmte der Stadtrat zu, nachdem er sich einen Änderungsantrag der Freien Wähler zugute gemacht hatte. Denen ging es nämlich darum, dass der gestaffelte Zuschuss „anteilig zurückgefordert“ werden kann statt muss. Der Stadtrat räumte der SGA hier einen Ermessensspielraum ein.

Zu Überraschung der Besucher, aber auch vieler Räte, schlug die SPD-Fraktion für den zurückgetretenen Beigeordneten Jürgen Reimertshofer (damals SPD-Faktion) keinen Nachfolger vor. Somit bleibt das Amt unbesetzt.