Erst der Ärger, dann kein Geld

Für Ratsuchende gibt es beim Jobcenter eine allgemeine Telefonnummer und auch E-Mail-Adresse, die auf der Jobcenter-Homepage hinterlegt sind. Wer dennoch Probleme hat, sollte die Ombudsstelle einschalten.

Christiane Mayer (Name geändert) hat einige Klagen gegenüber dem Jobcenter in Sulzbach. Sie fühlt sich falsch informiert und schlecht betreut. Seit Juni sei nun nicht mehr das Arbeitsamt, sondern das Jobcenter für sie zuständig. Seither habe sie kein Geld mehr bekommen. Sie gibt zu, dass es einige Zeit gedauert habe, bis sie die nötigen Unterlagen zusammengetragen hatte, allerdings ist sie dabei nach ihren Angaben auch falsch informiert worden. Beispielsweise hat Mayer eine Lebens- und eine Rentenversicherung. Zunächst wollte das Jobcenter die Verträge sehen, um ihr Vermögen ermitteln zu können. Da Mayer allerdings zwischenzeitlich Geld von ihrer Lebensversicherung abgezogen hatte, musste sie sich erneut mit der Versicherung in Verbindung setzen, um eine aktuelle Auflistung zu beantragen. So verstrich für die Arbeitslose wertvolle Zeit. Und auch bei der Terminvergabe hatte Mayer mit einigen Problemen zu kämpfen: "Ich hatte nur die Durchwahlnummern zu meinen direkten Sachbearbeitern, dort ging aber über Wochen niemand ans Telefon."

Schließlich erhielt sie aus Saarbrücken die Auskunft, dass in Sulzbach die Sprechzeiten von 8 bis 12 Uhr seien. Mayer macht sich auf den Weg nach Sulzbach. Steht morgens kurz nach 10 Uhr beim Jobcenter und wird abgewiesen. "Es sei zu viel Betrieb, wenn man einen Termin wolle, ginge das nur von 8 bis 10 Uhr, hieß es nun in Sulzbach", sagt Mayer. Und auf die Frage, warum sie ihren Sachbearbeiter über einen solch langen Zeitraum nicht erreichte, habe sie die Antwort bekommen: "Wenn viel Betrieb ist, gehen wir nicht ans Telefon." Mayer: "Ich habe auch nach einer zentralen Nummer oder einer E-Mail-Adresse für das Jobcenter gesucht, konnte jedoch nichts finden. Es kann doch nicht sein, dass niemand ans Telefon geht." Thomas Olig, Pressesprecher der Jobcenter im Regionalverband, kümmerte sich auf SZ-Anfrage um den Fall: "Dass Frau Mayer telefonisch niemanden erreicht hat, kann nicht nachvollzogen werden. Die allgemeine Telefonnummer und auch E-Mail-Adresse sind auf der Jobcenter-Homepage hinterlegt und somit für jeden frei zugänglich."

Allerdings muss man hierzu wissen, dass die allgemeinen Kontaktdaten immer über die Telefonnummer des Jobcenters in Saarbrücken laufen. Und auch bei der Internetseite für das Jobcenter in Sulzbach findet sich diese Nummer nicht. Olig verspricht hier zeitnah Abhilfe, sodass künftige Missverständnisse ausgeschlossen werden. Die Sprechzeiten des Jobcenters seien allerdings von 8 bis 12 Uhr, jedoch: "Im Einzelfall kann es beim Erstkundencheck dazu kommen, dass bereits so viele Erstkunden an dem Tag vorsprechen, dass Kunden, die erst später vorsprechen, einen Termin für den nächsten Tag erhalten. Die Vorsprache wird allerdings vermerkt, damit dem Antragsteller keine Nachteile entstehen."

Außerdem verweist Olig auf die Ombudsstelle des Jobcenters im Regionalverband, die bei Streitigkeiten zwischen Kunden und Mitarbeitern schlichtet.

Ombudsfrau ist Anita Schmadtke, Tel. (06 81) 870 38 35 44, E-Mail: Jobcenter-Saarbruecken.Ombudsstelle@jobcenter-ge.de.