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Entsorger bringen Sulzbacher Stadtratsmitglied zur Weißglut

Entsorger bringen Sulzbacher Stadtratsmitglied zur Weißglut

Sulzbach. Hermann Kreis (Foto: Kreis) versteht die Welt der Müllentsorgung nicht mehr. Das Sulzbacher Stadtratsmitglied (fraktionslos) aus Brefeld heizt mit Kohle. Durchschnittlich kommen 40 Kilo Asche im Monat zusammen. Bisher hat er die immer in der grauen Tonne entsorgt. Für ihn ist das aber kompletter Unsinn

Sulzbach. Hermann Kreis (Foto: Kreis) versteht die Welt der Müllentsorgung nicht mehr. Das Sulzbacher Stadtratsmitglied (fraktionslos) aus Brefeld heizt mit Kohle. Durchschnittlich kommen 40 Kilo Asche im Monat zusammen. Bisher hat er die immer in der grauen Tonne entsorgt. Für ihn ist das aber kompletter Unsinn. "Hier wird Asche zu Asche verbrannt und muss zudem noch teuer durch die Anlieferung zur Müllverbrennungsanlage bezahlt werden", sagt er und fragt: "Warum gibt es beim EVS keine Aschetonne wie in Eppelborn?". Kreis verweist zudem darauf, dass der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) der Landeshauptstadt Saarbrücken die Möglichkeit anbietet, die Asche bei den Wertstoffzentren Am Holzbrunnen 4 und Wiesenstraße 11 abzugeben.Nach Angaben des ZKE kostet die Entsorgung eines Zehn-Liter-Eimers mit Hausbrandasche für Saarbrücker 35 Cent. Kostenlos könne man die Holzasche beim Wertstoffhof der Stadt Ingbert abgeben. Das bestätigt Stadtpressesprecher Wilfried Trapp. "Allerdings gilt das nur für Bürger der Stadt", ergänzt er.

Bei den Wertstoffzentren des EVS gebe es diese Möglichkeit nicht, kritisiert Kreis. Eine unterschiedliche Handhabung bei ZKE und EVS gibt es nach Angaben von Kreis auch bei der Entsorgung von Asche aus der Verbrennung von Holz. Beim EVS müsse diese in die graue Tonne. Beim ZKE heiße es dagegen: Sie sei kompostierbar und könne abgekühlt in die Biotonne gefüllt werden. Für Kreis sind diese Unterschied nicht nachvollziehbar. Er ist verärgert über die Gebührenpolitik des EVS. Während in Lebach die Müllgebühren um 14 Prozent gesenkt würden, gehe es beim EVS mit den Gebühren bergauf. Selbst die Stadt Saarbrücken, die seit diesem Jahr den Müll wiege, habe für ihre Bürger nachgebessert. Um Familien mit Kindern beim Müllwiegen nicht zu benachteiligen, sollen sie einen Windelzuschuss von 25 Euro pro Jahr für Kinder unter drei Jahren erhalten. Und: Erwachsene, die unter Inkontinenz leiden, sollen 50 Euro pro Jahr erhalten.

Beim EVS höre man dazu keinen Ton. Dort scheine Abfallentsorgung mit sozialer Komponente kein Thema zu sein. Auch wird im Reich des EVS nach Ansicht von Kreis zu wenig für die so genannte "Nachbarschaftstonne" geworben. Hier hätten Bürger, die wenig Müll produzierten, die Chance, ihre Gebühren zu halbieren. Bekanntlich werde es immer mehr Singlehaushalte geben.

Kreis fordert auch, dass die An-, Ab- und Ummeldegebühr für Müllgefäße (22 Euro) abgeschafft wird. Durch diese Gebühr würden diejenigen zur Kasse gebeten, die auf eine andere Gefäßgröße umstellen wollen oder müssen. Kreis: "Es wird allerhöchste Zeit, dass wir mit den Nachbarkommunen die Müllentsorgung in eigener Regie übernehmen." ll