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Nichts wird billiger, aber vieles teurer
Eltern müssen tiefer in die Tasche greifen

Die Betreuung der Kleinen in einer Kindertagesstätte gibt es nicht zum Nulltarif. Auch nicht in Friedrichsthal.
Die Betreuung der Kleinen in einer Kindertagesstätte gibt es nicht zum Nulltarif. Auch nicht in Friedrichsthal. FOTO: picture alliance / dpa / Waltraud Grubitzsch
Friedrichsthal. In Friedrichsthal werden die Kita-Gebühren angehoben. Der Stadtrat stimmt einmütig zu. Von Stefan Bohlander

„Vonseiten der Verwaltung sind wir nicht glücklich, aber wir müssen es machen“, sagte Anne Hauptmann. Bei der jüngsten Sitzung des Friedrichsthaler Stadtrates vertrat die Erste Beigeordnete Bürgermeister Rolf Schultheis, der im Urlaub war. Den Tagesordnungspunkt „Kalkulation der Kindergartenbeiträge 2018“ hatte sie bereits als „für uns alle sehr unangenehm“ angekündigt. Doch da man eine Kommune sei, die „fast an der Wand steht“, schlage die Verwaltung vor, die Beiträge zum 1. August zu erhöhen.


Dieser Empfehlung kamen schlussendlich die Ratsmitglieder einstimmig nach. „Man sollte aber keinen Automatismus ableiten, dass wir jetzt jeder Erhöhung in Zukunft zustimmen“, sagte Claudia Servas, Mitglied der SPD-Fraktion, „wir werden das jedes Mal sehr kritisch betrachten.“ Daniel Jung, Sprecher der CDU-Fraktion, verwies auf das Gesetz und dass man als Stadtrat in diesem Punkt ja nicht viel mitbestimmen könne: „Wir sind ja nur ausführendes Organ“. Das System sehe vor, dass die Personalkosten zu 25 Prozent auf die Eltern umgelegt werden müssten. Da diese gestiegen seien, müsse man diesen Schritt nun vollziehen.

Zudem sei es gewollt, dass man qualifiziertes Personal für die Kindergärten habe – das müsse auch angemessen bezahlt werden. Da Tarife und Löhne in den Kindergärten gestiegen seien, müssten dementsprechend auch die Elternbeiträge angehoben werden. Im Übrigen würden auch bei Senkung oder Abschaffung der Gebühren die Kommunen als Träger von Kindergärten nicht entlastet. Denn dann müssten diese die Gebühren komplett übernehmen und hinzu kämen noch die Instandhaltungs- oder Neubaumaßnahmen.



So ändern sich nun also zum 1. August die Gebühren wie folgt. Im Kindergartenbereich kostet ein Regelplatz zukünftig 100,50 Euro, auf den Platz für ein Geschwisterkind entfallen 75,50 Euro. Der Tagesplatz verteuert sich auf 143 Euro, der für ein Geschwisterkind auf 108 Euro. Im Krippenbereich werden die Plätze um jeweils 50 Cent günstiger. So kostet ein Krippenplatz nun runde 295 Euro, für ein Geschwisterkind bezahlt man nun 221 Euro. Betroffen ist die städtische Kindertageseinrichtung Hoferkopf. Die Beiträge sind monatlich zu entrichten.