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Viele Menschen in Sulzbach werden Werner Klee sehr vermissen
Alte Bilder sind seine große Passion

Sagt seiner großen Foto-Fangemeinde Adieu: Werner Klee.
Sagt seiner großen Foto-Fangemeinde Adieu: Werner Klee. FOTO: Thomas Seeber
Sulzbach. Der bekannte Hobbyhistoriker Werner Klee präsentiert am kommenden Sonntag seine letzte Dia-Show. Von Stefan Bohlander

Wenn an diesem Sonntag (11. November) Fotos aus 100 Jahren Sulzbach im Salzbrunnenhaus gezeigt werden, fällt für einen Mann die letzte Klappe: Werner Klee. Die Dia-Show, die um 17 Uhr beginnt und in Kooperation mit der VHS kostenfrei stattfindet, wird seine letzte sein. Der 81-Jährige zieht sich aus gesundheitlichen Gründen zurück. „Man muss ja einmal aufhören“, sagt Klee, der für seine Verdienste um die Digitalisierung des städtischen Fotoarchivs 2013 die Bürgermedaille der Salzstadt erhielt.


Alte Fotos aus der Vergangenheit seiner Heimatstadt sind Werner Klees Passion. 13 000 Fotos hat er – allein aus Sulzbach. Aus der kompletten Region sind es gar 150 000. Keine schlechte Leistung, wenn man bedenkt, dass es sich beim Großteil um historische Motive handelt. Sie stammen also aus einer Zeit, in der die Digitalfotografie noch nicht das massenhafte Ablichten ermöglichte. „Es hat sich über die Jahre so zusammengesammelt“, sagt er bescheiden und mit einem Augenzwinkern.

Nicht nur waren seine Bildershows in jedem Semester gut besuchter Bestandteil des VHS-Programms. Auch verschiedene Bildbände mit Hunderten Motiven hat er herausgebracht.



So hat Werner Klee ein kulturelles Erbe hinterlassen, mit dem sich nachkommende Generationen ein gutes Bild von teilweise nicht mehr vorhandenen Gebäuden, Straßen und Plätzen sowie gesellschaftlichen Ereignissen und Bräuchen machen können. Das älteste Foto stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und zeugt von den Anfängen der Gruben in der Region.

Werner Klee arbeitete selbst bis Mitte der 1950er Jahre auf der Grube Hirschbach. Danach wechselte er zur Deutschen Bundespost und arbeitete zuletzt im Amt in Saarbrücken als Postobersekretär. Es war die Leidenschaft für Elektronik und zur Fotografie, die ihn letztlich veranlasste, ab 2008 das gesamte Fotoarchiv der Stadt Sulzbach in sechsmonatiger Arbeit zu digitalisieren. Dabei und auch für seine Dia-Shows arbeitet er seit 1995 unter anderem mit dem Programm Photostudio 5.5. „Das ist simpel zu bedienen und sorgt für eine gute Qualität“, erklärt er.

Neben seinen Schauen und der Arbeit am Fotoarchiv der Stadt hat er bei zahlreichen Ausstellungen in Seniorenheimen oder im Salzbrunnenhaus seine Arbeit vorgestellt. „Was Wimbledon für Boris Becker war, ist das Salzbrunnenhaus für mich – wie ein Wohnzimmer“, sagt er. Zudem organisierte er das Erzählcafé mit und ist noch Mitglied im Arbeitskreis Altenwalder Dorfgeschichte. Bei seiner nun letzten Ausstellung am Sonntag zeigt er unter anderem Bilder von der „Hühnerfelder Zeitung“, die es in den 60ern mal gab. Und auch, wenn er sich nun von Diaschauen erstmal verabschiedet, hat er schon ein anderes Projekt in Planung. Was genau, möchte er nicht verraten. Nur so viel: „Es hat wieder mit Bildern zu tun.“