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Eine tolle Sache für betagte Menschen
Jetzt endlich ist der Ringbus unterwegs

Betagte Menschen in Sulzbach, die nicht mehr gut zu Fuß sind, dürfen sich über den neuen Ringbus freuen.
Betagte Menschen in Sulzbach, die nicht mehr gut zu Fuß sind, dürfen sich über den neuen Ringbus freuen. FOTO: picture alliance / dpa / Jens B¸ttner
Sulzbach. In Sulzbach geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Gebrechliche Senioren profitieren vom neuen Personennahverkehr. Von Stefan Bohlander

Die topografischen Gegebenheiten im Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt verdeutlichten einmal mehr die Notwendigkeit eines Ringbusses. Dorthin hatte die Stadt Sulzbach zur Jungfernfahrt des am heutigen Montag startenden Projekts eingeladen. Durch die täglich mehrfache Anfahrt werden die Bewohner deutlich entlastet, da sie den steilen Anstieg in der Straße „Auf der Schmelz“ so per Bus bewältigen können. Täglich um 20 Minuten nach der vollen Uhrzeit von 9 bis 11 und von 14 bis 16 Uhr können die Bewohner am dortigen Wendekreis zu- und aussteigen.


Doch generell profitieren die Sulzbacher Senioren im Alter von über 60 Jahren und Menschen mit Behinderung, die keinen Führerschein haben oder aus gesundheitlichen Gründen kein Auto fahren dürfen. Denn für sie ist die Nutzung des Sprinters kostenlos. Um jeweils drei Minuten nach der vollen Uhrzeit im bereits genannten Zeitraum nimmt der Bus am Einkaufszentrum im Quierschieder Weg die Fahrt auf, wie Robert Wobido erklärte. Er ist der Geschäftsführer des Unternehmens Wobus GmbH aus Brefeld, das für die Fahrten zuständig ist.

Nach dem Start fährt der Ringbus durch alle Stadtteile außer Neuweiler und dann zum Ausgangspunkt zurück. Grundsätzlich könne jedoch jeder Fahrgast den Ringbus zum SaarVV-Tarif nutzen, wie Robert Wobido ausführte. Reguläre Karten könne man beim Fahrer direkt kaufen. Am Einkaufszentrum macht der Bus zwischen den Fahrten übrigens jeweils eine rund 20-minütige Pause. „So ist mehr Zeit für den Fahrgast-Wechsel“, erklärte er. Zudem könne man so eventuelle Verspätungen ausgleichen. Die Strecke führt in rund einer Dreiviertelstunde über knapp 15,5 Kilometer quer durch die Stadt und hält an markanten Punkten wie dem Friedhof in Sulzbach.



Hierhin gab es bislang noch keinen ÖPNV, wie Bürgermeister Michael Adam erklärte. Insofern seien dies genau die Stellen, die man auch anfahren wolle. Seit einem Jahr sei der Ringbus im Ort und im Stadtrat  Thema gewesen, und so zeigte sich Adam froh darüber, dass der Ringbus nun endlich fährt. Sein Dank  galt dem Verkehrsministerium und dem Zweckverband Personennahverkehr Saar. Auch wenn man sachlich nicht immer einer Meinung gewesen sei, habe man doch feststellen können: „Wir hatten im Herzen alle das gleiche Ziel.“

Der neue Ringbus ist offiziell die Linie 176 und kostet die Stadt rund 65 000 Euro im Jahr. Die Halteschilder sind noch nicht einbetoniert, da es zuerst eine einjährige Probezeit gibt, in der sich der Ringbus bewähren soll. Sollten sich also andere Haltepunkte als zweckmäßiger erweisen, könnte man bequem umziehen. „Wenn nur alles in der Stadt so harmonisch funktionieren würden, wäre vieles leichter“, so Bürgermeister Adam mit einem Augenzwinkern. „Die Bewohner können endlich wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen“, freute sich auch Iris Bradl. Die Pflegedienstleiterin des AWO-Seniorenzentrums auf der Schmelz wollte keine „großen Reden schwingen, auch wenn es zum Anlass angebracht wäre“. Stattdessen freute sie sich einfach darauf, dass sie bald dabei zusehen könne, wie die Senioren gemütlich beim Eis essen oder Kaffee trinken in der City sitzen.