Ein Rendezvous mit der Arroganz

57 Leute waren zu ,,Tatort“-Aufnahmen am Sulzbacher Set – 45 vom Filmteam plus Darsteller sowie zwölf Komparsen. Und während Schauspielerin Elisabeth Brück zum Plausch bereit stand, war Hauptdarsteller Devid Striesow unpässlich.

Devid Striesow spielt die Hauptrolle im Saar-,,Tatort". Gestern machte er sich in Sulzbach rar. Archiv-Foto: Maurer. Foto: Maurer
Gedreht wird in einem Gebäude des ehemaligen Unternehmens Korzilius.

Auf den Tag genau vor drei Jahren - so ein Zufall - berichteten wir per Kolumne quasi über ein Nicht-Ereignis mit der Überschrift: ,,Verkorkste Zusammenkunft mit einem kleinen Mann". Es ging um den beliebten wie beleibten Münsteraner ,,Tatort"-Darsteller Axel Prahl . Er drehte auf dem IKS-Gelände in Göttelborn den Film ,,Der Bau" nach Franz Kafka . Der Saarländische Rundfunk hatte zum Interview mit dem Hauptdarsteller eingeladen. Nach rund zwei Stunden des Wartens auf den Mimen in einem ziemlich kalten ,,Bau", ließ der Herr Künstler wissen, dass er nun doch keine Lust mehr habe auf ein Gespräch mit der Öffentlichkeit.

In Sulzbach war es am gestrigen Freitag dann der Saarbrücker ,,Tatort"-Darsteller Devid Striesow (alias Jens Stellbrink) der - trotz vom SR anberaumter Pressekonferenz - überhaupt keine Lust hatte, den vielen Pressevertretern zu begegnen. Der Ortstermin auf dem weiträumigen Gelände der ehemaligen Firma Korzilius - hier hat das TV-Kommissariat seinen Sitz - war aber dennoch nicht umsonst. Mit viel Charme und Freundlichkeit kam Striesows Partnerin Elisabeth Brück (Lisa Marx) zur ,,Vernehmung". ,,Wärmeeinlagen in den Schuhen", so Brück, würden über die räumliche Kälte im Kommissariat hinweghelfen. In der neuen Krimi-Folge würden im Übrigen die Zuschauer mehr Persönliches erfahren von der Kommissarin. Eine kleine Szene mit der 43-Jährigen wurde am Freitagnachmittag gedreht. Genau 57 Leute waren zu den Aufnahmen am Set - 45 vom Filmteam plus Darsteller sowie zwölf Komparsen, erzählte Christian Bauer (Redaktion). Gedreht werden sollte am späteren Abend auch noch in einem leerstehenden Bankgebäude am Sulzbacher Markt, das zum Beerdigungsinstitut umfunktioniert wurde. Am Dienstag rückt das gesamte Team wieder ab. Bis 22. März wird noch gearbeitet, und dann ist der neue Saarland-,,Tatort" im Kasten.

,,Söhne und Väter" (Regie: Zoltan Spirandelli) beginnt mit einem makabren Streich und dem Tod eines Schülers. Erfroren in einer Kühlkammer zeigen sich beim Verstorbenen Vergiftungserscheinungen, und schon bald müssen zwei Todesfälle aufgeklärt werden. Stellbrink und Marx ermitteln zunächst im Freundeskreis des toten Jungen und stoßen dabei auf einige problematische Vater-Sohn-Konstellationen. Mal schauen, ob der Krimi für Furore sorgt. Oder für Verdruss, das stell(brink)t sich natürlich noch heraus.