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Ein Erlebnistag für Familien mit schmalem Geldbeutel

Ein Erlebnistag für Familien mit schmalem Geldbeutel

Ein ungewöhnliches Vergnügen bereitete die Friedrichsthaler Familie Six am Samstag einigen Kindern. Sie konnten Tiere hautnah erleben. Die Veranstalter lobten die große Spendenbereitschaft.

"Ich mach das gern. Die Kinder sollen was davon haben", sagt Inge Six. Man nimmt es ihr ab. Die Frau vermittelt einen authentischen Eindruck. Die Mitarbeiterin vom Tierparadies Six in der Elversberger Straße erklärte am vorigen Samstagmittag die Hintergründe des alljährlichen Kinder- und Sommerfestes. Ein Fest wie jedes andere könnte man meinen. Nichts Ungewöhnliches also.

Vierte Auflage

Und doch: Bei der vierten Auflage der Veranstaltung sind die ursprünglichen Hintergründe noch so aktuell wie beim ersten Mal. Kindern, deren Eltern kein Geld haben, um mit ihnen in Urlaub zu fahren, etwas Schönes zu bieten - das ist das Credo. Angesichts von Arbeitslosigkeit, Hartz IV, Schulden und Kinderarmut scheint sich das Angebot wohl zu einem Dauerbrenner zu entwickeln. Es wird nachgefragt. "Wir haben den ursprünglichen Termin fürs Fest wegen unseres eigenen Urlaubs vorgezogen", beschreibt Inge Six die diesjährige Terminierung. Für die Kinder gab es vordergründig ein Angebot mit Tieren. Zwei große Pferde, ein Pony und ein Esel standen an diesem Tag auf der Koppel, damit die Kleinen kostenlos reiten durften. Ein Vergnügen, was sie sich sonst gar nicht leisten könnten. Und die Vierbeiner aus der Nähe anzusehen, hat auch was. Yvonne Weber bot zu einem symbolischen Preis nicht nur an, Fotos von den Kleinen zu schießen, sondern die Abzüge kurz danach auch ausgedruckt mitzunehmen. Aber auch ohne auf einem Tier sitzen zu können, war das Beobachten der Kaninchen und der Igel für viele der Kleinen ein beeindruckendes Erlebnis. Außerdem gab es natürlich das übliche Angebot an Kinderspielen und Schminkaktionen. Eine Hüpfburg sorgte dafür, dass man sich so richtig mit anderen gemeinsam austoben konnte. Dies wäre ohne das Sponsoring des Malerbetriebs Krumm nicht möglich gewesen. Überhaupt die Spendenbereitschaft der Friedrichsthaler Geschäfte. Sie ist recht groß gewesen, berichtet Six. Es sei, was heutzutage gar nicht selbstverständlich ist, leicht gewesen, an Preise für die umfangreiche Tombola zu kommen. Dafür mussten sie und ihr Team jedoch das ganze Jahr über aktiv sein. Auch Bürgermeister Rolf Schultheis habe eine private Spende gemacht. Ebenso habe der gemeinnützige Verein "Groß für Klein in Friedrichsthal " 100 Euro für die Veranstaltung beigesteuert. Viel wird vom Erlös nicht überbleiben. Tierhaltung , vor allem die von Pferden, ist ein kostspieliges Hobby. Auch das Futter muss finanziert werden. Dabei sind die Veranstalter vor allem für tolerante Nachbarn dankbar. "Die sind sehr locker", lobt Inge Six ihr Umfeld. Die Menschen rundherum würden sogar beim Auf- und Abbau mithelfen. Ein nicht zu unterschätzender Umstand. Genau wie das Kuchenbüfett und die Angebote am Grill- und Getränkestand. Ohne fleißige Helfer, die ehrenamtlich ihre Dienste für die gute Sache zur Verfügung stellen, hätte man keine Chance.