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Dudelsack und Drachentöter

Herrliches Wetter beim Salinenfest am Samstag lud zum längeren Verweilen ein. Fotos: Maurer
Herrliches Wetter beim Salinenfest am Samstag lud zum längeren Verweilen ein. Fotos: Maurer
Sulzbach. Während das Wetter am Sonntag dem Salinenfest einen dicken Strich durch die Rechnung machte, herrschte tags zuvor noch riesiger Betrieb. Einmal mehr machte es hier die wohl richtige Mischung. Stefan Bohlander

Der Samstag mit seinem prächtigen Wetter war wie gemacht fürs Salinenfest. Und so war am frühen Abend der Betrieb rund ums Salzbrunnen-Ensemble gewaltig. An zahlreichen Ständen boten Händler Modeschmuck, Wollsocken oder das Blasinstrument Okarina an. Für musikalische Unterhaltung sorgten unter anderem die "Fleurs de Baroque" aus Blieskastel und ,,Furore Nodanin" mit Trommel und Dudelsack.

An seinem Stand führte Nico Runge in die Kunst des Schmiedens ein und veräußerte kleine Ringe, Würfel oder "Drachentöter-Messer". Diese schmiedete er aus Stahl live vor den Schaulustigen in dem bis zu 1200 Grad heißen Feuer. Eloquent und mit nacktem Oberkörper erzählte er dazu kleine Geschichten über Drachen, die sich nicht so einfach schnappen lassen: "Die sind ja nicht blöd." Gerade die jungen Besucher ließen sich von der Erzählung über die mit spitzen Zähnen ausgestatteten Monster fesseln. "Sie haben kein Messer gekauft, sondern eine Geschichte fürs Leben", erzählte er danach mit einem Augenzwinkern.

Der Schmiedemeister aus Bruchsal wird gern für Firmen-Events gebucht, gibt Schmiedekurse und unterrichtet an der Handwerkskammer in Karlsruhe. Oftmals hat er es auch mit Schwer Erziehbaren zu tun: "Wenn man die einfach mal machen lässt, dann finden die ihren ganz einfachen Rhythmus", ist er überzeugt. Schließlich sei das Schmieden an sich Rhythmus pur, das man mit all seinen Sinnen betreibt.

Für ordentlich Stimmung sorgten Zauberer Kalibo als Zeremonienmeister und Günter, der Gaukler, der deftige und derbe Späße unters feiernde Volk mischte. Zwischen Jonglage mit Bällen, Ringen, Messern, Pfannen und sogar Hühnern stimmte er immer wieder "Lumpenlieder" an, sich selbst mit Zupfholz, Dudelsack und Schäferpfeife begleitend. In seine Kunst der mittelalterlichen Unterhaltung setzte er immer wieder Till Eulenspiegel in den Fokus.

Fürs Kulinarische war selbstverständlich ebenfalls mit vielen unterschiedlichen Angeboten gesorgt. Zwischen leckeren Salami-Sorten, Grombeersupp der Naturfreunde, türkischen Spezialitäten des FC Türkiyem, Salinenfladen und Salinenburgern, Rittersteaks und Salinenlenden blieben vermutlich keine Wünsche offen.

Passend dazu lockten die Händler mit feuchten Genüssen wie beispielsweise mit süffigen Likörchen, Odin's Trunk, badischen Weinen, Schwarzbier und vielem, vielem mehr. Am zweiten Tag war beim zeitgleich stattfindenden verkaufsoffenen Sonntag sogar ein bisschen Shopping möglich.



Die Gruppe Furore Nodanin lieferte die passende Musik zum Fest.
Die Gruppe Furore Nodanin lieferte die passende Musik zum Fest.
Kaufen und probieren war bei den vielen Mittelalter-Marktständen angesagt.
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