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Aus dem Stadtrat
„Stadtparty“ mit Umzug und Feuerwerk

Lange wegen Tiefbauarbeiten gesperrt, war ein Teilstück der Sulzbachtalstraße. Der Sperrung folgt nun ein Volksfest.
Lange wegen Tiefbauarbeiten gesperrt, war ein Teilstück der Sulzbachtalstraße. Der Sperrung folgt nun ein Volksfest. FOTO: Michèle Hartmann
Sulzbach. In rund drei Wochen gefeiert werden soll in Sulzbach die Wiedereröffnung der Sulzbachtalstraße - mit Pauken und Trompeten. Von Stefan Bohlander

Die Baustelle in Sulzbachs Mitte gehört der Vergangenheit an, das Aufatmen allerorts ist regelrecht spürbar; doch jetzt soll die Sulzbachtalstraße nochmal gesperrt werden – allerdings nur für eine halbe Stunde und innerhalb einer Feier. Die „Stadtparty“ ist für Freitag, 21. September, geplant und soll als „werbewirksame Wiedereröffnung der Innenstadt“ dienen, wie es in der Tagesordnung des Stadtrates hieß, bei dessen jüngster Sitzung das Thema behandelt wurde. Dadurch sollen die Bürger ihre Straße „neu erobern“ können.


Wie Heike Kneller-Luck vom Kulturamt ausführte, soll an jenem Tag die Party um 17 Uhr beginnen. Geplant ist es, dass die teilnehmenden Geschäfte bis 20 Uhr öffnen. Auf zwei Festplätzen, in der Bahnhofstraße vor dem ehemaligen Postgebäude und auf dem Ravanusaplatz, soll es jeweils ein Bühnenprogramm geben. Dort ist es angedacht, dass unter anderem die Bach-Spatzen und die Pänz aus Neuweiler auftreten. Diverse Gastronomen würden sich mit Ständen beteiligen und ein Feuerwerk vom Dach der Sparkasse sei gewünscht. „Wir denken, dass das ein toller Abschluss wäre“, so Kneller-Luck.

Eine erneute Sperrung der Sulzbachtalstraße, rund 30 Minuten dauernd, sei zudem für einen Umzug angedacht, der an der Musikschule beginnen und sich an der Kreuzung zur L126/An der Klinik auflösen soll. Zusagen für die Teilnahme habe sie bereits von einem Oldtimer-Club und vom Fachgeschäft „Six + Four“, das sich auch am Bühnenprogramm beteiligen würde. Konkret ging es nun darum, dass der Stadtrat 15 000 Euro bewilligt, die aus dem Haushaltsposten der „Imagekampagne“ kommen sollen. Wie Kneller-Luck betonte, könnte es aber auch günstiger werden: Bislang habe sie für rund 9500 Euro geplant. Darin enthalten sind beispielsweise auch Werbespots bei einem privaten Radiosender (Radio Salü).



Vor allem die Kosten standen bei einigen Parteien in der Kritik. So votierte die SPD-Fraktion unter anderem deswegen dagegen. „Wir sind auch nicht der Meinung, dass gefeiert werden sollte, dafür haben die Gewerbetreibenden viel zu lange geblutet“, wie der Fraktionsvorsitzende Frank Mayer erklärte. Auch Bernd Schlachter (Freie Wähler) äußerte Unmut. So habe man der Aktion „Baustellenrabatt“ zugestimmt und stehe auch dahinter. Aber bislang habe die Stadt aus dem Posten „Imagekampagne“ lediglich die „bescheidene Aktion ‚Wir sind das Salz‘“ umgesetzt. Sollte man in diesem „Schneckentempo“ weiterarbeiten, werde eine erfolgreiche Aufwertung der Stadt nicht gelingen. Christoph Kleinz (FDP) bemängelte „die Kollision mit dem Salinenfest eine Woche vorher“ und der Kirmes noch eine Woche früher. Das führe dazu, immer dieselbe Zielgruppe abzugreifen und sei ein bisschen viel in so kurzer Zeit.

Bernd Schlachter monierte außerdem, dass man nicht früher informiert wurde, sonst hätte man eigene Ideen einbringen können. Dabei erinnerte er daran, dass seine Fraktion die „Imagekampagne“ initiiert habe und die Alleinstellungsmerkmale herausgearbeitet werden sollten. Ihm fielen da die Wasserqualität, die Musikschule oder die Augenklinik ein. Auch Brigitte Heckmann (SPD) warf ein, dass man früher informiert werden sollte: „Die Unterlagen kommen, wenn das Programm schon steht.“

Bürgermeister Michael Adam konterte: „Kritik muss man sich stellen.“ Zuerst einmal sei das Geld für die Unterstützung der Rabattaktion aus einem anderen Posten gekommen. Zudem sei eine Gutscheinaktion, wie von den Freien Wählern bei der Sitzung ins Spiel gebracht, im Programm der „Stadtparty“ enthalten. Außerdem entspringe der Gedanke zu der Feier aus dem Kreis der Gewerbetreibenden, wie ihm Stadtmanager Stefan Wacket mitgeteilt habe. Der Verwaltungschef erinnerte auch daran, dass die Beauftragung der Werbeagentur HDW durch den Stadtrat erfolgte. Es sei klar kommuniziert worden, dass jeder zu jeder Zeit gerne Vorschläge einbringen könne. Die „Stadtparty“ sei jetzt genau so ein Vorschlag seitens der Verwaltung.

Ihm zur Seite sprang Jürgen Reimertshofer (Fraktion der Mitte). Ironisch formulierte er, dass er ja vielleicht der Einzige in der betreffenden Sitzung war. Man sei darauf hingewiesen worden, sich jederzeit ans Stadtmarketing, an die Agentur direkt oder auch an Heike Kneller-Luck mit Ideen und Anregungen zu wenden.

Nach der Aufzählung von Erfolgen, die der Bürgermeister als Aushängeschild seiner Ansicht nach schon erreicht habe, rief er dazu auf, sich am Marketing zu beteiligen. Mit 16 Stimmen für den Vorschlag der Verwaltung und zehn Gegenstimmen wird die Party nun auf den Weg gebracht.