Mehr als nur Zahlen: Die „Parkplatzrempler“ geben Gas

Mehr als nur Zahlen : Die „Parkplatzrempler“ geben Gas

Ein differenziertes Bild über die Zahl der Verkehrsunfälle in Friedrichsthal, Quierschied und Sulzbach zeichnete gestern Hans Peter Komp, Leiter der Polizeiinspektion in Sulzbach, die für die drei Kommunen zuständig ist.

Deutliche Unterschiede wusste gestern der Erste Polizeihauptkommissar Hans Peter Komp zu benennen: Während in Sulzbach die Zahl der erfassten Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr gegenüber 2016 um 3,2 Prozent auf 597 zurückging, stieg sie in Quierschied im selben Berichtszeitraum um 8,8 Prozent auf 334 an. In der Stadt Friedrichsthal gab es hingegen keine Veränderung, und die Zahl liegt der Statistik zufolge bei 291.

Als besonders beklagenswert musste Komp für jede der drei Kommunen einen Verkehrstoten nennen. Trauriger Spitzenreiter bei der Zahl der Personenschäden wiederum ist Friedrichsthal. Hier wurde mit 49 ein Plus von 4,3 Prozent erreicht. Sowohl in Sulzbach (minus 8,3 Prozent bei 55 Personenschäden) als auch in Quierschied (minus 12,8 Prozent bei absolut 41 Personenschäden) sehe das Bild besser aus. Für Quierschied (6 weniger) und auch Sulzbach (9 weniger) meldet die Statistik weniger Schwerverletzte, in Friedrichsthal dagegen wurden mit 12 genau 7 mehr gezählt als 2016. Wobei im Polizeijargon jemand als schwer verletzt gilt, wenn er mindestens 24 Stunden in einem Krankenhaus verbracht hat, wie Komp weiter ausführte.

Wie die Zahlen für das vergangene Jahr weiter zeigen, ist nicht, wie wohl die meisten Menschen glauben, überhöhte Geschwindigkeit die häufigste Unfallursache. Oftmals kam es im Berichtszeitraum zu Fehlern beim Abbiegen oder Wenden, die teils sehr schwere Unfälle verursachen.

Viel zahlreicher in der Statistik sind nach Komps Worten die Fahrerinnen und Fahrer, die Unfallflucht begehen, zumeist auf den Abstellflächen an Einkaufsmärkten. Auch hier gibt es lokale Unterschiede. Auf dem großen Parkplatz am EKZ in Sulzbach sei die Zahl der Zeugen deutlich größer als bei den Märkten in Friedrichsthal oder Quierschied. So konnten in der Salzstadt von 175 gemeldeten Fällen von Unfallflucht 69 geklärt werden, in Friedrichsthal von 66 22 Fälle und in Quierschied von 93 ganze 29. Komp wusste gestern weiter zu berichten, dass die „Parkplatzrempler“ oftmals bei seinen Kolleginnen und Kollegen der Inspektion angaben, von dem Beschädigung eines anderen Fahrzeugs nichts mitbekommen zu haben oder keine Spuren einer Beschädigung haben feststellen können.

Alkohol am Steuer als Unfallursache kam den Angaben von gestern zufolge auch etwas häufiger vor, zumindest in Sulzbach (von 11 auf 13 Fälle) und in Friederichsthal (von 9 auf 14). In Quierschied blieb diese Ziffer bei 6 konstant.

Eine messbare Besonderheit kann die Gemeinde allerdings aufweisen. Während in den beiden Städten in unserer Region die meisten Unfälle auf den Autobahnen passierten, gab es in Quierschied besonders viele Wildunfälle. Das sei kein Wunder, denn, so Komp: „Wo viel Wald, da viel Wild.“

Bemerkenswert in der Statistik ist die Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen. Denn diese Fahrer verursachten die meisten Verkehrsunfälle und nicht diejenigen über 65 Jahre.

Statistisch nicht erfasst, aber dennoch klar spürbar seien Autofahrer, die während der Fahrt ihr Smartphone nutzen. Deswegen werde es auch in den kommenden Monaten weiterhin Kontrollen durch die Beamten geben, genauso wie man Gurtmuffeln auf den Fersen sei.

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