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Karnevalsgesellschaft lädt Lukas Philippi ein
Der Tastenkünstler begeistert wieder

Lukas Philippi im Martin-Luther-Haus
Lukas Philippi im Martin-Luther-Haus FOTO: Iris Maria Maurer
Hühnerfeld. Lukas Philippi präsentierte sein aktuelles Programm vor rund 150 Besuchern im Martin-Luther-Haus. Von Stefan Bohlander

Sein zweiter Auftritt in Sulzbach war sein zweiter Erfolg: Am vorigen Samstagabend spielte Lukas Philippi in Hühnerfeld. Der sympathische Tastenkünstler aus Wallerfangen war der Einladung der örtlichen Karnevalsgesellschaft Ka-Ju-Ka gefolgt und präsentierte sein aktuelles Programm vor rund 150 Besuchern im Martin-Luther-Haus. Von dem Zuspruch begeistert zeigte sich Ehrensitzungpräsident Michael Bleif: „Für das kleine Hühnerfeld ist das schon ziemlich gut.“


Recht bekam er von Geschäftsführer Ulfert Bramer: „Es ging uns darum, kulturell im Ort was zu bieten.“ Nach den Erfolgen der Veranstaltungsreihe „Kultur trifft Spaß“ in den beiden Vorjahren mit unter anderem Langhals und Dickkopp war das nun also die dritte Ausgabe. „So viel Spaß wie es macht, wird es auch nächstes Jahr wieder einen solchen Abend geben“, verriet Bramer. Wer kommen wird, stünde jedoch natürlich noch nicht fest.

Der Kontakt zu Lukas Philippi jedenfalls kam im vergangenen Jahr über die Volkshochschule zustande, die des Künstlers Auftritt im Salzbrunnenhaus ermöglicht hatte.



Der Klaviervirtuose hatte nun einige neue Stücke im Gepäck. Auch, wenn er nach einer Stichprobe, wer denn im vergangenen Jahr dabei gewesen sei, humoristisch ernüchtert feststellte: „Die hätte ich gar nicht alle üben müssen.“

Augenzwinkernder Sarkasmus und hintersinniger Wortwitz prägten die Show von Philippi, der seit rund fünf Jahren in seinem Metier unterwegs ist. Sein großes Vorbild ist der Hamburger Klavierkabarettist und Liedermacher Bodo Wartke. So bildeten auch diesmal dessen Songs das Grundgerüst von Philippis rund zweistündigem Auftritt.

Das Lied „Probleme, die ich früher noch nicht hatte“ mit seinem furiosen Mittelteil mitten aus der Kaffeebestell-Hölle eines großen Franchise-Unternehmens und die Interpretation der ersten Arie aus Mozarts „Zauberflöte“, die in einem „Papagenozid“ gipfelt, spielte er beispielsweise wieder.

Auch Songs des Comedy-Duos Die Feisten interpretierte er. Der „Nussschüsselblues“ befasst sich damit, was außer Nüssen in einer Schüssel so alles drin sein kann. In „Ich heiße Ranschid“ geht es vordergründig um Schulze, den Inder. Hintersinnig wird dabei die Namenswahl so mancher Eltern kritisiert. Lukas Philippi bekomme das als Kirchenmusiker bei Taufen ja oftmals selbst mit. „Die haben ihre Kinder nicht lieb“, denke er da ab und zu.

Etwas ernster wurde es bei „Meine Lieder“, das ursprünglich von Sebastian Krämer stammt, und von Fantasie und Realität erzählt. Gemeinsam mit Kabarettistin Erika Sedlmeier intonierte er selbst verfasste Stücke wie „Getäuscht in Dir“ oder „Da ist der Wurm drin“, in denen er Freundschaften und Beziehungen aufs Korn nahm – wie immer mit handwerklich exzellentem Klavierspiel, klarem Gesang und rasantem Wortwitz.

Zum Schluss seines bejubelten Auftritts im Martin-Luther-Haus kündigte er noch an, dass er auch im kommenden Jahr wieder nach Sulzbach kommt, entweder ins Salzbrunnenhaus oder in die Aula – je nach Publikumsinteresse.