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Ehre, wem Ehre gebührt
Ein Mann mit enormer sozialer Kompetenz

 Auf unserem Bild (von links) im Festsaal des Rathauses Sulzbach:  Peter Diehl, Christian Petry, Albrecht Broemme, Michael Adam, Markus Tressel, Monika Bachmann und Dieter Heckmann.
Auf unserem Bild (von links) im Festsaal des Rathauses Sulzbach:  Peter Diehl, Christian Petry, Albrecht Broemme, Michael Adam, Markus Tressel, Monika Bachmann und Dieter Heckmann. FOTO: Thomas Seeber
Sulzbach. Der Sulzbacher Jürgen Rischar ist ob seiner Verdienste nun Ehrenpräsident der THW-Helfervereinigung. Von Patric Cordier

„Beim Technischen Hilfswerk habe ich Kameradschaft gelernt und Verlässlichkeit“, sagte Jürgen Rischar, „das sind Werte, die heute leider nicht mehr überall selbstverständlich sind.“ Am Mittwoch wurde Rischar nach über 30-jähriger Tätigkeit in der THW-Helfervereinigung als Präsident verabschiedet und gleichzeitig zum Ehrenpräsidenten ernannt. „Es könnte die Rede für ein Bundesverdienstkreuz sein“, sagte Rischars Nachfolger als Präsident, der Bundestagsabgeordnete Christian Petry, zu Beginn seiner Grußworte. Und wirklich, neben seiner Tätigkeit in der SPD - und da in den letzten Jahren vor allem in der mitgliederstarken Arbeitsgemeinschaft 60plus - und dem THW engagiert sich der mittlerweile 70-jährige Rischar seit nunmehr fast einem Vierteljahrhundert im Vorstand der Arbeiterwohlfahrt. „Jürgen hat eine enorme soziale Kompetenz“, so Petry weiter, „ich bin stolz seine Nachfolge antreten zu dürfen.“


Viele Weggefährten Rischars waren am Mittwoch in den Sitzungssaal des Sulzbacher Rathauses gekommen. Dort hat der Sulzbacher Rischar seine Karriere als Verwaltungsmitarbeiter begonnen, die ihn später bis in den Landtag führte. „Ich habe diese Tradition von meinem Vorgänger Hans Werner Zimmer übernommen. Für ganz besondere Menschen öffnen wir diesen Festsaal“, sagte Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam und erinnerte an eine Einrichtung, die nicht zuletzt auch durch das Mitwirken des Jubilars zustande gekommen war: „Es gibt hier in Sulzbach eine feste Partnerschaft zwischen Feuerwehr und THW. Eine Zusammenarbeit, die gelebt wird und die die erste dieser Art in ganz Deutschland war. Beim Hochwasser 2016 in unserer Stadt haben wir gesehen, wie THW und Feuerwehr Hand in Hand gearbeitet haben. Diese Gemeinsamkeit begleitet Jürgen Rischar.“

In Vertretung des Ministerpräsidenten Tobias Hans, der ganz kurzfristig abgesagt hatte, überbrachte Gesundheitsministerin Monika Bachmann die Glückwünsche der Landesregierung. „Ich habe um 18.20 Uhr noch nicht gewusst, dass ich um 19 Uhr in Sulzbach sein werde. Als ich den Namen Jürgen Rischar gehört habe, war es eine Selbstverständlichkeit zu kommen“, sagte die Ministerin, die über Parteigrenzen hinweg eine langjährige Wegbegleiterin und Freundin Rischars geworden ist. Neben einer bewegenden Rede hatte Bachmann auch eine Überweisung für das Sulzbacher THW im Gepäck. Für jemanden, der immer denen geholfen hat, die helfen, wohl das passendste Geschenk.



Auf dem Weg von Teheran nach Düsseldorf machte der THW-Präsident Albrecht Broemme in Sulzbach Station. „Jürgen Rischar ist ein Urgestein in der Bundes- und Landeshelfervereinigung. Er ist da, hört zu. Er gibt nicht immer überall seinen Senf dazu, aber wenn seine Meinung und Hilfe gebraucht wird ist er da“, sagte Bromme, „sein Einsatz auch in schwierigen Situationen ist vorbildhaft.“

Jürgen Rischar selbst nahm die  lobenden Worte mit glänzenden Augen entgegen, mit Stolz und Rührung. „Die Ernennung zum Ehrenpräsidenten ist eine Auszeichnung und Ehre. Sie gebührt aber auch all denen, die mir geholfen, mich unterstützt und mich auch ertragen haben“, sagte der Sulzbacher, „es waren gute Jahre und das ein oder andere Tief war immer ein Ansporn, sich noch mehr reinzuhängen. Es war ein Privileg, für das THW arbeiten zu dürfen.“