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Mutifunktionär
Der Mensch steht eindeutig im Mittelpunkt

Eugen Roth
Eugen Roth FOTO: DGB
Sulzbachtal/Fischbachtal. Multifunktionär Eugen Roth äußert Verständnis für die Sorgen beim Grubenwasser. Er unterstützt die Metall-Gewerkschafter. Von Patric Cordier

Für die einen ist es großes gesellschaftliches Engagement, für die Anderen einfach eine Art Ämterhäufung. Der Landtagsabgeordnete Eugen Roth sitzt dort auch im Ausschus für Grubensicherheit und Nachbergbau, arbeitet im Landesvorstand der SPD, ist Vorsitzender des DGB Saar und des Handballverbands Saar. SZ-Mitarbeiter Patric Cordier hat sich am Rande einer Informationsveranstaltung zum Thema Grubenwasseranstieg mit dem 60-Jährigen unterhalten.



Herr Roth, Sie haben derzeit  große Baustellen. Ihre Partei, die SPD, ist in einem erneuten Umfrage-Tief. Zuerst wollte man nicht regieren, jetzt sondiert man in Berlin doch. Viele sprechen von einer der schwierigsten Situationen in der Parteigeschichte.

Roth Einerseits dürfen sich die Sozialdemokraten solchen Gesprächen nicht verweigern. Andererseits können solche Gespräche nur zu einem Abschluss führen, wenn eine deutliche sozialdemokratische Handschrift erkennbar sein sollte. Das muss sich an konkreten Regierungsprojekten zeigen, insbesondere im Bereich der Alterssicherung, der Rente und beim Thema Pflege.

Die zweite „Rothsche Baustelle“ sind die anstehenden Tarifverhandlungen. Die IG Metall fordert die Möglichkeit, die Arbeitszeit abzusenken, und klare Erhöhungen bei Löhnen und Gehältern (Siehe auch Seite C 2).

Roth Gerade angesichts der Digitalisierung, die die Rendite nochmals steigern wird und die auch Arbeitskräfte teilweise ersetzen wird, ist die von der IG Metall angestoßene differenzierte Debatte im höchsten Maße sinnvoll. Ich bitte die Menschen, da genau hinzuhören. Ich bin überzeugt, dass die Gewerkschaften die Überzeugung der Mehrheit der Bevölkerung vertritt.

Ein Großteil der saarländischen Bevölkerung diskutiert derzeit über die möglichen Folgen des Anstiegs des Grubenwassers. 850 Interessierte und Betroffene sind alleine am vorigen Montag zur Informationsveranstaltung nach Merchweiler gekommen. Teilen Sie die Sorgen der Menschen?

Roth Ich glaube, dass die Veranstaltung zur weiteren Aufklärung beigetragen hat. Alles, was die Leute in der Diskussionsrunde vorgetragen haben, wird sehr ernst genommen. Der Leitsatz, dass einem Anheben des Grubenwasserspiegels erst zugestimmt wird, wenn nach menschlichem Ermessen keinerlei Gefahren für Mensch und Umwelt bestehen, hat weiter Gültigkeit. Alles andere kann sich keiner leisten. Auch nicht die RAG als antragsstellendes Unternehmen.