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Der Blick bleibt vielerorts am Boden

Sulzbach. Wer am Freitag in die Sonne schauen will, sollte gewappnet sein. Mit einer Spezialbrille. Eine Optikerin in Sulzbach erklärt, warum das zur Sonnenfinsternis sein muss. Derweil wird zumindest in zwei Schulen unserer Region das gemeinschaftliche Schauen in den Himmel ausbleiben. bub/dla

"Unsere Brillen für die bevorstehende Sonnenfinsternis am Freitag sind restlos ausverkauft", sagt Anette Degenhardt, Geschäftsführerin bei Juwelier-Optik Häuser in Sulzbach . Für die partielle Sonnenfinsternis am 20. März verkaufen die Optiker im Saarland spezielle Brillen, damit Interessierte das Naturschauspiel am Himmel beobachten können. Aber wozu eigentlich dieses Nasenfahrrad? Reicht nicht auch eine Sonnenbrille? Anette Degenhardt hat darauf eine passende Antwort: "Man sollte auf gar keinen Fall ohne diese speziell dafür angefertigte Brille in die Sonne schauen. Dies kann im schlimmsten Fall zur Erblindung führen, denn die UV-Strahlen sind äußerst gefährlich für das menschliche Auge", schildert die Augenoptikermeisterin. Auch eine Sonnenbrille allein reiche nicht aus, um die Augen genügend vor den gefährlichen Strahlen zu schützen.

Die Brillen bestehen aus Pappe und einer hochreflektierenden Aluminiumfolie, welche die Strahlen der Sonne stark abschwächt. Das Zubehör zur Beobachtung der Sonnenfinsternis wird von verschiedenen Herstellern angeboten und kostet rund 50 Cent. Jedoch ist die Ware hoch im Kurs und derzeit nicht überall verfügbar. So besteht für das Optikergeschäft keine Möglichkeit, weitere Modelle zu organisieren. "Wir können leider keine Brillen mehr nachbestellen, denn es gibt einfach keine mehr. Die letzen beiden hat heute ein Kunde bei uns bestellt", erklärt sie.

Sofern es ihre Zeit zulässt, wird sich die Optikerin das Spektakel nicht entgehen lassen. "Ich würde die Finsternis gern sehen, denn so etwas ist schließlich recht selten", sagt die 46-Jährige.



Ein gemeinsames Betrachten des himmlischen Ereignisses fällt zumindest bei der Gemeinschaftsschule Dudweiler und dem Theodor-Heuss-Gymnasium aus. In beiden Schulen erklärte man gestern auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung, dass für den Blick in die Sonne die erforderlichen Schutzbrillen fehlen. Derweil gab auch das Bildungsministerium eine Erklärung heraus, die auf die Gefahren hinweist. Die Lehrkräfte werden laut Pressestelle des Ministeriums aufgefordert, "streng darauf zu achten, dass alle Schülerinnen und Schüler die erforderlichen Schutzvorkehrungen einhalten". Bei unzureichendem Schutz der Augen könne die Netzhaut in kürzester Zeit derart geschädigt werden, dass das Sehvermögen dauerhaft eingeschränkt wird oder im schlimmsten Fall sogar vollständig verloren geht.