„De Peter” freut sich über seinen Preis

„De Peter” freut sich über seinen Preis

Sulzbacher Fotograf nimmt strahlend die nach Fritz Zolnhofer benannte Auszeichnung entgegen.

Es war eine tiefenentspannte Preisverleihung, die im Salzbrunnenhaus am vergangenen Freitagabend über die Bühne ging. Meister-Fotograf Peter Diersch erhielt den Fritz-Zolnhofer-Preis - als erster Sohn der Stadt.

Unter den Gästen waren zahlreiche Freunde und Weggefährten, die nur allzu gern in den Refrain des Liedes einstimmten, das Wolfgang Winkler extra für seinen alten Kumpel komponiert hatte. "Ein Freund wie aus dem Buch der Bücher - allerbest", heißt es da, bevor man im Chorus "De Peter" sang.

"De Peter" betonte, dass er schon viele Preise erhalten habe - einige Goldmedaillen hielt er in die Höhe. Doch der Fritz-Zolnhofer-Preis bedeute ihm besonders viel. "Nicht wegen des Preisgeldes, das habe ich bereits hier in die Ausstellung investiert", sagte er mit einem Augenzwinkern. Vielmehr werde somit die Anerkennung für ein lebenslanges Schaffen um die Fotografie gewürdigt. Auf einer gewissen Ebene, der digitalen vor allem, nehme diese Wertschätzung leider immer mehr ab.

Zwischen 1972 und 2017 sind seine Originalaufnahmen entstanden, die am Verleihungsabend zu sehen waren. Für einen Teil davon wurden die Dias hochauflösend gescannt, geschärft und mit mehreren Programmen am Rechner bearbeitet. Drei der Motive stammen aus Altenwald, seinem Heimatort, zwei gibt es noch. Eines seiner ersten Motive davon, ein Seilschacht der ehemaligen Grube, existiert jedoch nicht mehr. Diersch dankte noch herzlich seiner Frau und ihrem Verständnis dafür, dass er sich so lange in seine "Computerdunkelkammer" zurückziehen durfte.

Laudatorin Anne Allenbach stellte die Gemeinsamkeiten von Peter Diersch und dem Namensgeber des Preises, Fritz Zolnhofer, heraus. Sie betonte die Fähigkeit des Schnappachers Zolnhofer, sich in menschliche Psychen einzufühlen, Atmosphären zu erkennen und malerisch sichtbar zu machen wusste: "Er konnte seine Farben so beherrschen, dass sie ganz seiner Aussage gehorchten." Auch Diersch stehe als Fotokünstler im "Spannungsfeld der epochalen Ambivalenzen unserer Gegenwart im Zeitalter der Gleichzeitigkeit und bedient sich klug am Büfett der digitalen Möglichkeiten".

Wie Zolnhofer sei auch Peter Diersch eine Sondererscheinung: Wo Ersterer mit seinem für ihn typischen Blau-Ton seinen Bildern "einen Klang, eine Psyche gab", schafft es Diersch, mit den Mitteln der Fototechnik "jene Nostalgie einzufügen, an der man seine Handschrift erkennen kann." Das sei beispielhaft in seinen Landschaftsserien über die Toskana, Tunesien, Sizilien, die Bretagne oder Kreta zu erkennen.

Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam erinnerte in seinem Grußwort daran, dass Peter Diersch tief im künstlerischen Leben der Stadt verankert sei, dass er beispielsweise bei Feierlichkeiten stets vor Ort sei, um das Geschehen fotografisch zu begleiten. Als Anfang des Jahres der alte Sponsor des Preises abgesprungen sei, habe man sich im Stadtrat schnell darauf geeinigt, ihn trotzdem zu vergeben. Der neue Sponsor, Andreas Baron, zeigte sich von Dierschs Werken sehr angetan: "Das hat mich schon beeindruckt." Musikalische Beiträge gab es von Astrid Franz und Jens Gebhardt.