1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Sulzbach

„Das war ein richtiges Abenteuer“

„Das war ein richtiges Abenteuer“

Zum Abschluss der Grundschule verbrachten Jungen und Mädchen der Klasse 4.2 der Mellinschule ein Wochenende auf der Ziegenfarm von Cornelia Nonnweiler in Dudweiler. Ein Abenteuer fern von PC und Smartphone.

"Frau Nonnweiler , die sind ja groß!", rief ein Kind fasziniert. Gemeint waren die Burenziegen-Böckchen, die die Schüler der Klasse 4.2 der Sulzbacher Mellinschule am vergangenen Wochenende hautnah erleben durften. Einen knappen Tag lang konnten sie auf der Dudweiler Ziegenfarm von Cornelia Nonnweiler toben, lachen, spielen und noch was fürs Leben lernen.

Bereits am Samstagabend waren die Heranwachsenden mit ein paar Eltern auf der Farm eingetroffen. Da wurde gemeinsam Pizza und Flammkuchen gebacken, Fußball auf der Wiese gespielt, ein Schwedenfeuer entzündet, man ging auf eine Nachtwanderung und übernachtete danach in der Scheune. Den Pizzaofen hatten die Eltern selbst mitgebracht, ebenso wie man 1000 Liter Wasser auf einem Hänger zur Farm brachte, die sich oberhalb der Red River Ranch befindet. Denn fließendes Wasser ist dort noch nicht angeschlossen.

Das tat dem Spaß für die Kleinen aber keinen Abbruch. Eher im Gegenteil: "In jedem Beruf muss man später improvisieren können", sagt Cornelia Nonnweiler , "das kann man hier gut lernen". Seit 2005 pflegt die privilegierte Landwirtin im Nebenerwerb mit ihrem Mann das etwa vier Hektar große Gelände. Auch wenn man sehr gut mit dem Stadtbezirk Dudweiler und der Naturschutzbehörde zusammenarbeitet - so hat Dudweiler unter anderem ein Stück Wald gerodet - steckt doch sehr viel Eigenarbeit in der Ziegenfarm. Die Umzäunung, oder der 2011 erbaute Stall zum Beispiel. Das alles gelang mit Hilfe von Bekannten und Freunden, "die immer da waren".

Mit ihren drei Pferden hatte 2005 alles angefangen. Darunter der Appaloosa-Hengst Cocise, den die Mellin-Schüler der Einfachheit halber "Cheese" genannt haben und herzten und umarmten. Zwischenzeitlich ist der Tierbestand auf drei große Böcke, zehn Jungböckchen, elf weibliche Lämmer und 18 Muttertiere angewachsen. Diese verlustieren sich auf den Rasenflächen oder an den Sträuchern und Brombeeren , die dort wild wachsen.

Der Ausflug der Schüler war sozusagen die Abschlussfeier der Klasse 4.2. "Zustande gekommen war der Kontakt, als eine Schülerin zu mir sagte: 'Meine Großtante hat eine Ziegenfarm'", erzählt Klassenlehrerin Nicole Mai. Diese zeigt sich begeistert von der Atmosphäre: "Man war hier offen für alles, das kann man nur weiterempfehlen". Wichtig sei gerade, dass die Kinder mal wegkämen von PC's, Smartphones und Tablets: "Das war ein richtiges Abenteuer".

Kontakt und weitere Infos: Cornelia Nonnweiler , Tel. (01 52) 54 08 31 09.