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Das Sulzbacher Sommerfest mit der besonderen Note

Das Sulzbacher Sommerfest mit der besonderen Note

"Wow, was für tolle Musik. Schade, dass wir da nicht hingehen können." Die junge Frau und ihr Begleiter im schwarzen Cabrio in Höhe der Einmündung zum Schnappacher Weg mussten beim Umschalten der Ampel weiterfahren. Alle anderen, die auf dem Gelände der Sulzbacher Musikschule lauschten, hatten hingegen richtig viel Freude. Nach einem Jahr Pause veranstaltete die Schule am Wochenende wieder ihr traditionelles Sommerfest. "Wir setzen seit Jahrzehnten auf das gleiche bewährte Programm", beschrieb Uwe Brandt im Gespräch mit der SZ das Konzept. Für den Leiter der Musikschule ist das ein wichtiges Argument. Denn die Veranstaltung war bereits die 43. Ohne die Hilfe des Fördervereins sei das Arbeiten gar nicht mehr denkbar, betonte Brandt. Rund 25 000 Euro habe dieser allein 2016 beigesteuert. Und das mit dem besonderen Flair wegen des Freiluft-Programms kann Brandt nachvollziehen. "Das liegt viel am Jazz. Wir haben sechs verschiedene Formationen", sagte er stolz.

Vier von ihnen hatten beim Fest auf der Bühne vor dem Schulhaus ihren Auftritt. Die Combos haben eigene Namen und unterscheiden sich durch die Programmteile. Das sei anderswo nicht zwangsläufig der Fall. "Die Musikschule hier ist die Jazz-Musikschule im Saarland", rief Uwe Brandt in Erinnerung.

Angefangen habe alles mit einem Workshop vor 26 Jahren, den Christoph Mudrich leitete. Die saarländische Jazzgröße sorge nicht nur für entsprechende Lehrkompetenz, sondern auch für Beständigkeit. "Das ist das beste Arbeiten hier", lobte indes Mudrich die Schule und deren Wertschätzung. "Wir sind die einzige Schule, die das so strukturiert und auch als Hauptfach anbietet", erklärte er.

Dabei reiche die Altersspanne von 13 Jahren bis ins Rentenalter. Vom Anfänger bis zum Fastprofi. "Wir haben ein paar Jazzmusen mehr eingefangen", meinte "Sunny" Mudrich lachend. Teilweise spiele man auf sehr hohen Niveau. Doch ohne die Unterstützung der Eltern und anderer wichtiger Helfer sei das Ganze kaum möglich. All dies habe dazu beigetragen, dass das Niveau der Schüler mittlerweile auch wesentlich höher sei.

Zu bestaunen war an diesem Tag auch das Können der Kooperationspartner wie etwa der seit zwei Jahren bestehenden Bläserklasse des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Interessenten konnten sich mit Leckereien wie Flammkuchen und Pizza versorgen und in die Klassenräume gehen, um dort Live-Musik zu hören. "Komm Papa. Ich will nach den Gitarren schauen", versuchte der kleine Tim seinen Vater zu motivieren, dass dieser mit ihm ins Haus geht. Schon am Morgen war das Fest mit dem Konzert "Kinder spielen für Kinder" gestartet. Draußen unterhielt Zauberer Robin die Kleinen. Für sie gab es Mitmach-, Spiel- und Bastel-Aktionen "Es fehlen eigentlich nur noch die Cocktails und das Meer", sagte eine Mutter, als sie mit ihren beiden Töchtern das Fest verließ. Das mit dem Meer wird wohl nichts. Doch die Mixgetränke wären vielleicht eine Idee fürs kommende Jahr.