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Das Sextett Blues Docs beim Sulzbacher Musiksommer sein neues Album vorgestellt.

Sulzbacher Musiksommer : „Die Leute waren ausgehungert nach Live-Musik“ (mit Bildergalerie)

Das Sextett Blues Docs beim Sulzbacher Musiksommer am vergangenen Freitag sein neues Album vorgestellt.

Die Truppe ist intakt, das Scherz-O-Meter läuft mit auflockernden Foppereien untereinander auf Anschlag – und das, obwohl gleich ein Auftritt startet. Am vergangenen Freitagabend spielt das Sextett Blues Docs beim Sulzbacher Musiksommer den erst zweiten Auftritt nach fast anderthalb Jahren Pause. Doch die sechs Musiker – „Alles Amateure“, wie Bassist und Mitgründer Andy Becker bescheiden sagt – haben ihr Publikum direkt im Griff. Kein Wunder, da die Gruppe aus Sulzbach und Dudweiler stammt und somit quasi Heimrecht hat.

Der Gig bei bestem Live-Wetter am Salzbrunnen-Ensemble ist mit rund 300 Besuchern voll besetzt und bietet eine Blues-Docs-Besonderheit: Denn während der coronabedingt langen Zwangspause hat der Sechser eine neue CD eingespielt. „Black Cat Bone“ ist nach „What‘s up with the Band“ von 2016 der zweite Silberling der Bluesrocker und bietet zehn Texasbluesrock-Klassiker und solche, die neu entdeckt werden möchten. So ist „Talk to me baby“ von Elmore James ebenso zu hören wie Dr. Wus „Even A Wolfman Gets the Blues“ oder „Call me the Breeze“ von Lynyrd Skynyrd. Wer die Stücke ausgesucht hat? „Alle zusammen“, sagen sie unisono.

„Wir sind alle sehr kritisch“, sagt Schlagzeuger Manuel Matt über den Auswahl- und Aufnahmeprozess. Aufgenommen wurde im Studio Vivo Sonum von Nico Kunz, der von allen gelobt wird. „Es macht Spaß mit ihm zu arbeiten, ihm ist nichts zu viel“, wie Gitarrist, Mitbegründer und Namensgeber Reinhard „Doc“ Gombert erklärt. Kunz sei beispielsweise die Idee zum Chorgesang auf „Talk to me baby“ zu verdanken. Und bei „Even A Wolfman Gets the Blues“ habe er sich kurzerhand selbst an die Tasten gesetzt. Das beinahe schon balladeske Stück habe es aus einem einfachen Grund auf die Platte geschafft, wie „Doc“ mit einem Augenzwinkern ausführt: „Ältere wie ich wollen auch mal was Langsames.“

 Die Blues Docs sind (von links) Julian Trenz (Gitarre), Andy Becker (Bass und Gesang), Martin Herrmann (Gitarre), Fredi Reiter (Gesang), Reinhard "Doc" Gombert (Gitarre) und Manuel Matt (Schlagzeug).  
Die Blues Docs sind (von links) Julian Trenz (Gitarre), Andy Becker (Bass und Gesang), Martin Herrmann (Gitarre), Fredi Reiter (Gesang), Reinhard "Doc" Gombert (Gitarre) und Manuel Matt (Schlagzeug).   Foto: Stefan Bohlander

Rund 3000 Euro haben die Aufnahmen gekostet – es ist eine Investition, die sich gelohnt hat. Es herrscht schneller, staubtrockener und mitreißender Powerrock vor, der teilweise unter Livebedingungen eingespielt wurde. Die Rhythmus-Sektion aus Schlagzeug, Bass und Rhythmusgitarre wurde gemeinsam innerhalb von drei Tagen aufgenommen. Der Gesang und die zwei weiteren Gitarren kamen dann später hinzu. Die Sessions starteten im Juli vergangenen Jahres und zogen sich bis Ende des Jahres hin, was teilweise Corona und teilweise den Berufen im Schichtdienst zuzuschreiben ist, denen die Mitglieder nachgehen.

Dafür, dass man 15 Monate gar nicht proben konnte, klingt die CD wie aus einem Guss – und die Stücke beim Auftritt in Sulzbach sowieso. „Die Leute waren ausgehungert nach Live-Musik“, merkt Andy Becker an. Neben den live bereits erprobten Stücken vom neuen Album spielen sie auch bewährte Coverstücke von Gary Moore, B.B. King oder Jimi Hendrix. Nach rund drei Stunden geht das Konzert mit einem Tribut an Dusty Hill zu Ende. Der Bassist und Sänger der Southern Rocker ZZ Top starb vor wenigen Tagen, und ihm zu Ehren stimmte man „Sharp Dressed Man“ und „I Need You Tonight“ an. „Als Huldigung“, wie „Doc“ Gombert erklärt.

Zu bestellen ist die CD für 10 Euro zzgl. Porto und Verpackung per E-Mail: bluesdocs@t-online.de

www.facebook.com/bluesdocs

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Blues Docs stellen ihr neues Album vor