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Das Infrarot-Thermometer zeigt an: Alles im grünen Bereich

Das Infrarot-Thermometer zeigt an: Alles im grünen Bereich

Quierschied/Brefeld. Es ist ein Fußweg von knapp zehn Minuten vom Dressurplatz des Schäferhundevereins Quierschied Am Glück Auf in Richtung Fischbach, und man steht am Fuß der Halde Brefeld. Der Blick fällt auf eine rund einen Hektar große, schwarze Fläche, die mehrere Meter hoch nach Brefeld ansteigt: nur altes Bergematerial, kein grüner Fleck, keine Bäume, keine grünen Sträucher

Quierschied/Brefeld. Es ist ein Fußweg von knapp zehn Minuten vom Dressurplatz des Schäferhundevereins Quierschied Am Glück Auf in Richtung Fischbach, und man steht am Fuß der Halde Brefeld. Der Blick fällt auf eine rund einen Hektar große, schwarze Fläche, die mehrere Meter hoch nach Brefeld ansteigt: nur altes Bergematerial, kein grüner Fleck, keine Bäume, keine grünen Sträucher. Bis vor einigen Wochen war die Fläche eingezäunt, niemand durfte sie betreten. Auch oben auf dem Haldenplateau hieß es: Betreten verboten. Der Grund: Die Halde brannte. Jede Menge Glutnester befanden sich in dem aufgeschütteten Berg. Die darin befindliche Kohle hatte sich durch Sauerstoffzufuhr entzündet. Wochenlang stiegen graue Rauchschwaden auf. Jetzt sind alle Glutnester beseitigt, nichts qualmt mehr. Peter Steinmetz von der RAG Montan Immobilien Gesellschaft hält ein Infrarot-Thermometer über die Fläche. Die Anzeige schwankt hin und her zwischen 34 und 40 Grad. "Alles im grünen Bereich", stellt Steinmetz zufrieden fest. Er sagt: Bei einer Außentemperatur von 30 Grad heize sich das schwarze Material doch stark auf. Kritisch werde es erst, wenn die Anzeige auf 60 Grad klettere. Dann gebe es wohl ein Glutnest in der Fläche.Rudolf Krumm (Foto: RAG), der Hauptbereichsleiter Dienstleistungen der Gesellschaft, erklärt: "Von März bis Ende Juni dieses Jahres hat die von uns beauftragte Firma insgesamt 30 000 Kubikmeter Bergematerial bewegt." Nach Angaben von Krumm wurde die einen Hektar große Brandfläche Schicht für Schicht abgetragen und gelöscht und dann verdichtet am Fuß der Halde wieder eingebaut. Bei einigen Glutnestern habe man bis auf eine Tiefe von fünf Metern graben müssen. Um eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhindern, habe man zwei Wasserlinien als unterirdische Sperren eingebaut. Krumm: "Alle Arbeiten sind nach Plan verlaufen. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden." Die Kosten für die Löscharbeiten wurden von der RAG übernommen. Krumm beziffert sie auf rund 300 000 Euro. Die Halde, die schon viele Jahre aus der Bergaufsicht entlassen ist, gehört dem Saar-Forst-Landesbetrieb. Dessen Direktor Michael Klein sagt: "Wir haben die Vorarbeiten für das Ablöschen übernommen und die ganze Fläche gerodet." Dabei mussten alle Bäume mit den Wurzeln raus. Noch aber ist das Projekt nicht beendet. Steinmetz erläutert: Voraussichtlich Ende Oktober werde die Fläche noch mit einer 50 Zentimeter dicken Erdschicht abgedeckt, um einer erneuten Selbstentzündung vorzubeugen. Im Frühjahr 2010 ist wieder der Forst mit der Begrünung der Fläche an der Reihe. "Wir wollen nur ganz wenig eingreifen", sagt Klein. Bis im Oktober die Abdeckschicht aufgetragen wird, wird die Montan Immobilien Gesellschaft die Temperatur der Halde jede Woche einmal messen. Ab sofort sind die Wege rund um die Halde und das Haldenplateau wieder begehbar. ll