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Das große Aufräumen nach der Flut

Das große Aufräumen nach der Flut

Nach dem Unwetter vom Samstag sind die Aufräumarbeiten im Sulzbachtal und den angrenzenden Ortschaften in vollem Gange. Wie hoch die Schäden der sintflutartigen Regenfälle sind, ist noch unklar.

Während gestern wieder reichlich Regen vom Himmel über dem Saarland fiel, haben in Sulzbach , Friedrichsthal und Quierschied, wo die Wetterunbilden vom Samstag am heftigsten zuschlugen, die Aufräumarbeiten begonnen. "Wir haben Container aufgestellt, in denen die betroffenen Bürger ihren kaputten Hausrat entsorgen können", berichtet Elmar Müller , Pressesprecher der Stadt Sulzbach . Währenddessen ist Bürgermeister Michael Adam (CDU ) in der Stadt unterwegs, um das Ausmaß der Zerstörung in Augenschein zu nehmen. "Wir haben eigens einen Krisenstab gegründet, der das weitere Vorgehen koordiniert", sagt Müller. Mitglieder in den Stab entsenden die Stadtwerke, die kommunale Dienstleistungsgesellschaft, das Bauamt, das Ordnungsamt sowie der städtische Baubetriebshof. Am Abend sollten eine erste Zwischenbilanz gezogen und die weiteren Maßnahmen abgesprochen werden. Besonders betroffen von den sprunghaft steigenden Fluten des Sulzbachs waren Anwohner der Sulzbachtalstraße sowie in der Moorbachstraße in Altenwald. "Dort sind einige Keller abgesoffen", erzählt der Sprecher. "Wir fordern alle Betroffenen auf, sich bei der Stadtverwaltung zu melden, damit wir die Hilfe koordinieren können. Wir versuchen schnellstmöglich und unbürokratisch zu helfen", sagt Müller - und stellt auch finanzielle Unterstützung in Aussicht. "Das ist angedacht. Um welche Summe es sich handelt, können wir jetzt aber noch nicht sagen."

Auf finanzielle Hilfe vonseiten der Stadtverwaltung dürfen die Menschen in Friedrichsthal wohl nicht hoffen. "Wir sind ja eine überschuldete Kommune, von daher ist das nicht so einfach", sagt Robert Immesberger, Leiter des Friedrichsthaler Bau- und Umweltamtes. Dennoch wolle man versuchen, über Bedarfszuweisungen vonseiten des Landes an Hilfsgelder zu kommen. Besonders betroffen in Friedrichsthal waren die Bahnhofstraße, Lilienstraße, Poststraße und Stockbachstraße, wo zahlreiche Straßen und Bürgersteige unterspült wurden. "Wir sind noch dabei, die ganzen Schäden zu erfassen", erklärt Immesberger. "Auch in vielen städtischen Wohnungen haben die Keller unter Wasser gestanden, etwa in der Feldstraße oder der Otto-Weil-Straße", sagt der Bauamtsleiter, "das sind die Bereiche, hinter denen sich der Sulzbach anschließt und die bei solchen Extremwetterlagen immer wieder gefährdet sind." Dagegen könne man auch nicht viel tun, "denn es gibt keinen Kanal, der für solche Wassermassen nach Starkregen ausgelegt wäre".

Auch in Quierschied wurde gestern aufgeräumt. "Wir sind noch dabei, die Schäden zu erfassen", sagte Bürgermeister Lutz Maurer (parteilos) der SZ. In seiner Gemeinde am schlimmsten vom Unwetter betroffen war Fischbach, "aber auch in Göttelborn, das ja weitaus höher liegt, standen Keller unter Wasser . Auch in Quierschied gab es Schäden". Ob die Opfer mit finanzieller Unterstützung durch die Kommune hoffen können? "Wir müssen jetzt erst einmal die Schäden erfassen. Wir werden uns aber bemühen, die Betroffenen entsprechend zu unterstützen", verspricht Maurer.

"Versicherte sollten die Schäden mit Fotos dokumentarisch festhalten, den Keller auspumpen und - ganz wichtig - sich umgehend bei ihrer Versicherung melden", rät Jochen Utter, Abteilungsleiter des Bereichs Sachschäden bei der Saarland-Versicherung. Utter erinnert sich noch gut an das Unwetter von 2009, bei dem wie am Wochenende vor allem das Sulzbachtal und angrenzende Orte betroffen waren. "Damals hatten wir Schäden in Höhe von rund 370 000 reguliert. Ich vermute, dass die Schadenssumme bei unseren Versicherten jetzt ähnlich hoch sein wird."

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Am Rande Während der Frühling in allen anderen Bundesländern zu warm war, traf das Saarland mit 8,4 Grad Celsius genau seinen Klimawert. Mit mehr 305 Liter Wasser pro Quadratmeter war es zudem das niederschlagsreichste Bundesland. Das Saarland war mit rund 380 Stunden auch die sonnenscheinärmste Region der Republik und erreichte nur 82 Prozent des vieljährigen Durchschnitts (468 Stunden). red