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Muslimisches Gebetshaus
Das Gebetshaus soll im Sommer fertig sein

Burhan Yagci (links) und Bernd Schlachter im Bürgerdialog
Burhan Yagci (links) und Bernd Schlachter im Bürgerdialog FOTO: Claus Kuhn
Sulzbach. Dieser Termin wurde beim Bürgerdialog der muslimischen Gemeinde jetzt mitgeteilt.

Aufmerksame Zuhörer und angeregte Gespräche prägten nach Angaben von Teilnehmern den Bürgerdialog, zu dem die muslimische Gemeinde Saarland (mgs) in ihr Gebetshaus in der Sulzbachtalstraße eingeladen hatte. Rund 30 Interessierte waren der Einladung gefolgt, darunter Bürgermeister Michael Adam, verschiedene Stadtratsmitglieder.


Als Diskussionsthema war „Vorurteile gegenüber des Islam“ vorgeschlagen worden. Der Vorsitzende Burhan Yagci leitete die Gespräche mit einem kleinen Vortrag über zwei Themen ein, über die in der Öffentlichkeit diskutiert werde: Kopfbedeckung und Zwangsverheiratung. „Die Kopfbedeckung ist eine religiöse Pflicht für muslimische Frauen, die in den Schriften des Koran festgelegt ist“, führte er aus. Er zitierte die entsprechenden Verse und Suren, die von diesem äußerlichen Symbol handeln. „Dieser Verpflichtung sollen die Mädchen und Frauen aus freiem Willen nachkommen. Man darf sie nicht dazu zwingen. Zwang ist laut den Worten des Korans kein Bestandteil des Islam. Wer etwas anderes sagt oder dagegen handelt, handelt eigentlich gegen die Vorgaben des Korans“, erläuterte Yagci.

Gleiches gelte für die Zwangsverheiratung. Dass das in der Praxis im Alltag anders gehandhabt und praktiziert wird, belegten Wortmeldungen aus den Reihen der Zuhörer. „Wir wissen, dass sehr viele Muslime anders handeln und das anders auslegen, und das ist auch für uns ein großes Problem“, so Yagci weiter, „wir werden immer wieder mit diesen Dingen konfrontiert“.



Bei den anschließenden Gesprächen bei Kaffee, Tee und Kuchen ergaben sich weitere Aspekte und Themen. Die Gelegenheit, sich über den Islam und die Gemeinde zu informieren, wurde rege genutzt, und die Mitglieder der Gemeinde stellten sich offen den Fragen der Gäste. Dabei ging es um ganz grundsätzliche Dinge, aber auch um Alltägliches und um persönliche Ansichten und Erfahrungen. Auf die Frage, wann die neue Moschee in der alten Post bezugsfertig sei, hieß es, dass man den Sommer dieses Jahres anvisiere. „Zurzeit sind noch einige brandschutztechnische Dinge umzusetzen, was die Fertigstellung verzögert, aber die Baumaßnahmen schreiten voran, und die Außenfassade wird auch noch in Angriff genommen“, hieß es. Weitere Bürgerdialoge sollen folgen. Am „Dialog der Religionen“ am 5. Mai werde sich die muslimische Gemeinde beteiligen, wie es weiter hieß.

(PP)