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Bürgermeister freut sich auf den Ruhestand

Bürgermeister freut sich auf den Ruhestand

Sulzbach. "Eine schöne Zeit", geht für Hans-Werner Zimmer demnächst zu Ende. Damit meint er die 18 Jahre als Bürgermeister seiner Heimatstadt Sulzbach. Am 30. September ist Schluss. Dann tritt der 61-jährige SPD-Politiker in Ruhestand und übergibt den Chefsessel im Sulzbacher Rathaus an Michael Adam (CDU)

Sulzbach. "Eine schöne Zeit", geht für Hans-Werner Zimmer demnächst zu Ende. Damit meint er die 18 Jahre als Bürgermeister seiner Heimatstadt Sulzbach. Am 30. September ist Schluss. Dann tritt der 61-jährige SPD-Politiker in Ruhestand und übergibt den Chefsessel im Sulzbacher Rathaus an Michael Adam (CDU). Zimmer will bis zum letzten Tag engagiert seinen Amtsgeschäften nachgehen, "meine Amtszeit vernünftig zu Ende bringen", wie er es formuliert. Kritik, er habe sich innerlich doch längst in den Ruhestand verabschiedet und in den letzten Monaten die Zügel schleifen lassen, weist er von sich. "Ich habe noch 27 Tage Urlaub, die schenke ich der Stadt", sagt er beim Besuch in der SZ-Redaktion in Sulzbach. Zimmer legt Wert auf eine geregelte Übergabe der Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger. Die einjährige Übergangszeit von der Wahl Adams zum Bürgermeister bis zu dessen Amtsantritt am 1. Oktober sei sicher problematisch gewesen, räumt Zimmer ein. "Deshalb haben wir uns eng abgestimmt, alle 14 Tage zusammengesetzt, zuletzt noch häufiger." Zimmer wird es sich auch nicht nehmen lassen, Adam höchstpersönlich die Ernennungsurkunde zu überreichen - bei einer Feierstunde am Donnerstag, 30. September, ab 17 Uhr in der Sulzbacher Aula. "Dazu ist die Bevölkerung herzlich eingeladen", betont Zimmer, der am 1. Oktober 1992 Ulf Huppert (FDP) als Sulzbacher Bürgermeister abgelöst hatte. Der gebürtige Sulzbacher geht in dem Gefühl, seiner Heimatstadt in den 18 Jahren treue und gute Dienste geleistet zu haben. "Der Abschiedsschmerz hält sich Grenzen", meint er lächelnd und fügt hinzu: "Die Entscheidung, bei der Bürgermeisterwahl 2009 nicht mehr anzutreten, habe ich nicht bereut." Das Amt des Bürgermeisters so auszufüllen, wie er es tat, habe viel Kraft gekostet, lässt Zimmer durchblicken. Und es sei schön, den Zeitpunkt des Abtritts selbst bestimmen zu können. Dann zu gehen, wenn ihn die Menschen in der Stadt in guter Erinnerung haben. Wenn er zurückblickt auf seine Amtszeit, was ist im Gedächtnis besonders haften geblieben, an Höhe- und an Tiefpunkten? Spontan fallen Zimmer der gewaltsame Tod eines jungen Türken beim Salzbrunnenfest 2002 und der verheerende Wohnhausbrand in Hühnerfeld 1997 ein. Damals starben sieben Menschen, darunter zwei Kinder: "Auf diese schlimmen Tage hätte ich verzichten können, ebenso auf die Schließung des Schnappacher Bades."Stolz ist Zimmer auf vieles, was in den vergangenen Jahren in der Stadt passiert ist und für das er mitverantwortlich war. Das fängt an mit dem Bau der Stadtarkaden, geht weiter über das Gewerbegebiet am Tüv in Hühnerfeld und die Ausweitung des Gewerbegebietes Bruchwald in Neuweiler bis zur gelungenen Umgestaltung des alten Gymnasium zur neuen Veranstaltungsstätte, der Sulzbacher Aula. Stolz ist Zimmer auch auf das vielfältige kulturelle Leben in der Stadt und darauf, dass Sulzbach eine eigenständige Volkshochschule, eine eigene Bücherei und gemeinsam mit Quierschied auch eine Musikschule hat.Zimmer freut sich auf den neuen Lebensabschnitt, der am 1. Oktober beginnt. Eine Handvoll Termine habe er noch wahrzunehmen, bei denen werde er sich mit Adam blicken lassen. "Dann will ich aber Abstand von der Kommunalpolitik gewinnen", sagt er. Was ihn im Ruhestand mit seiner Frau (das Paar hat keine Kinder) erwartet, weiß er noch nicht so genau: "Ich habe keinen Plan, lasse die Dinge auf mich zukommen." "Ich habe noch 27 Tage Urlaub, die schenke ich der Stadt."Sulzbachs BürgermeisterHans-Werner Zimmer