Bahnhof hat neuen Eigentümer

Seit Jahren steht der Sulzbacher Bahnhof zum Verkauf, jetzt wechselte er für das Mindestgebot den Besitzer. Spannend bleibt, was der Neue mit dem Gelände geplant hat. Allerdings gibt es einige Auflagen.

Der Sulzbacher Bahnhof hat einen neuen Besitzer. Das Gebäude wurde am Sonntag in Berlin an eine Privatperson für das Mindestgebot von 118 000 Euro versteigert, erklärte ein Sprecher des Auktionshauses Karhausen. Seit 2010 habe man rund 600 Bahnhöfe im gesamten Bundesgebiet im Auftrag eines britischen Finanzinvestors und der Deutschen Bahn erfolgreich vermarktet.

Der Bahnhof in Sulzbach stand allerdings schon seit einiger Zeit zum Verkauf. 2011 bot die Immobiliengesellschaft der Deutschen Bahn das Gebäude für einen Mindestpreis von 284 000 Euro an. Damals erklärte ein Pressesprecher der Deutschen Bahn der Saarbrücker Zeitung, dass das Gebäude fürs Kerngeschäft nicht mehr benötigt wird. Und damals wie heute wurden dem Käufer jedoch Auflagen gemacht. So müssen sechs Parkplätze auf dem über 2500 Quadratmeter großen Areal dauerhaft für Bahnkunden freigehalten werden. Die Schalterhalle, durch die der einzige Zugang zum Bahnsteig besteht, sowie der Fahrkartenautomat müssen ebenfalls für Bahnkunden erreichbar bleiben. Zudem hat die Stadt Sulzbach Interesse am Bahnhofsvorplatz. Stadtpressesprecher Elmar Müller erklärt: "Es existiert ein Vorverkaufsvertrag zwischen Bahn und Stadt über den Vorplatz. Wir warten zurzeit auf ein entsprechendes Anschreiben der Bahn." Zu den möglichen Kosten wollte er vor der notariellen Beglaubigung jedoch keine Angaben machen.

Der Bahnhof selbst stand dabei schon länger im Fokus der Stadt. Im Jahr 2009 sollte eine Partnerschaft zwischen Polizei , Bahn und Ortspolizeibehörde das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und auf dem Bahngelände verbessern, wie damals der ehemalige Bürgermeister Werner Zimmer gegenüber der SZ erklärte, allerdings war die Kooperation damals nur auf ein Jahr beschränkt.

Daneben durchliefen so einige Ideen den Sulzbacher Stadtrat, die das Erscheinungsbild des Bahnhofs verbessern sollten, denn das Areal gilt nicht als Aushängeschild. 2011 wollten die Räte hierfür Fördermittel aus der Europäischen Union akquirieren. 2,5 Millionen Euro sollten in einem ersten Bauabschnitt für eine Glasröhre, die von der Schalterhalle zu den Bahnsteigen führen sollte, und für die Barrierefreiheit ausgegeben werden. Der zweite Abschnitt mit einer Umfeldgestaltung sollte nochmals fünf bis sechs Millionen Euro kosten.

Die Pläne sind mittlerweile hinfällig. Spannend bleibt, was der neue Besitzer aus der Immobilie macht.