Zur Feier des Tages: Bachmann gibt ihr Geschenk persönlich ab

Zur Feier des Tages : Bachmann gibt ihr Geschenk persönlich ab

Zum einjährigen Bestehen schenkt die saarländische Sozialministerin dem Team des Ess-Ecks eine Kühl-Kombi.

(nig) „Jetzt wird die Luft besser“, witzelt Hausherr Hans Blischke und zieht mit breitem Grinsen eine von etlichen Schachteln „Le Rustique“-Camembert aus der gerade angelieferten Kiste, um sie der Sozialministerin zu präsentieren. Tatsächlich müffelt es schon wenig später in dem schmalen Raum. Es ist überhaupt ziemlich eng hier. Etwas betreten stehen die Gäste herum und den Helfern permanent in den Füßen. Karton um Karton schleppen diese aus den Pkw herein und versuchen, noch ein freies Plätzchen für Weihnachtsschokolade und Salat zu finden. Die 240 Becher Vanillepudding mit Sahnehäubchen wandern direkt in die Kühlung.

Ein „kleines Jubiläum“ gilt es zu feiern, begrüßt Bürgermeister Michael Adam die Runde. Vor einem Jahr hatte das „Ess-Eck“ als „völliges Novum“ im Nebenraum des ehemaligen Hotels „Kirner Eck“ in der Bahnhofstraße eröffnet. So ist Sulzbach nach wie vor die einzige Kommune, die selbst regelmäßig Lebensmittel an Bedürftige austeilt. Was „aus der Not geboren“ gewesen sei, erinnert Adam, da die Tafeln in Quierschied und Sulzbach „aufgeben mussten“ (wir berichteten mehrfach). Von ihm gibt es anlässlich des Geburtstages ein dickes Rundum-Dankeschön: Zum einen an die sechs Helfer unter Leitung von Marliese Stay, die hier jeden Dienstag von 11 bis 14 Uhr jeweils etwa 70 Personen versorgen. Zum anderen an die Sponsoren, vertreten durch den Geschäftsführer der Stadtwerke Sulzbach, Jürgen Haas, aber auch an Uwe Bußmann, Vorsitzender des Vereins Saarbrücker Tafel. Diese liefert der kleinen Sulzbacher Halbschwester nämlich „keine Revierkämpfe, sondern unterstützt unser Ansinnen“, lobt Adam.

Unterstützung kommt auch ein weiteres Mal von Ministerin Monika Bachmann, diesmal in Form einer wuchtigen Edelstahl-Kühl-Kombination, deren Display minus 20 Grad anzeigt. „Das ist nur ein Ersatzgerät“, weil das gewünschte Modell nicht kurzfristig lieferbar war. Das Original kostet 1380 Euro, welche die Landesregierung komplett übernimmt. Verbunden sei sie allen Tafel-Projekten im Land, stellt Bachmann klar. Wobei sie bei jedem ihrer Besuche erneut betroffen sei vom Elend, welches die Menschen dazu veranlasst, diese Hilfe zu suchen und annehmen zu müssen: „Letztens war ich wieder in Saarbrücken. Da sind so viele Kinder, für die ist der Gang zur Tafel schon selbstverständlich.“ Auch in Sulzbach warteten während des ministeriellen Besuchs bereits etliche „Kunden“ draußen vorm Eingang. „Die Leute stehen schon seit 8 Uhr hier“, nickt Hannelore Vatter, im „Ess-Eck“ zuständig für die Kasse. Das sei immer so.

„Belohnt“ fürs lange Warten wurden sie diesmal mit einem kleinen Geburtstages-Extra: einem Paket Filterkaffee, den Adam „anstelle von Crémant und Lachshäppchen“ spendierte. „Nach Kaffee wird immer wieder gefragt“, weiß der Bürgermeister. Erfüllt werden kann dieser Wunsch aber nur selten.

Demnächst wollen Bachmann und Adam auch mal selbst mit anfassen. Die Ministerin tut das immer mal wieder, zuletzt in einer Werkstatt für Behinderte. Dort ging es darum, eine Glasfigur anzufertigen, was alles andere als einfach gewesen sei: „Ein Beschäftigter mit geistiger Behinderung hat zu mir gesagt: Stell dich nicht so blöd an“, erinnert sich Monika Bachmann lachend. Dass sich das im „Ess-Eck“ wiederholt, ist wohl nicht zu befürchten.